Die Leber hatte als zentrales Entgiftungsorgan im frei lebenden Wildpferd vergleichsweise wenig Arbeit zu verrichten. Normale Stoffwechsel- und Entgiftungsvorgänge waren an der Tagesordnung, in Einzelfällen musste mal ein giftiger Pflanzenbestandteil, der fälschlicherweise den Weg in das Verdauungssystem des Pferdes gefunden hatte, „entsorgt“ werden. Die Leber unseres heutigen Sport- und Freizeitpferdes steht dagegen regelrecht unter Stress.
LeberproblemeMagengeschwür
Durchfall
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Die einstige Managerkrankheit, das Magengeschwür, hat auch in die Pferdeställe Einzug gehalten. Denn Fehler bei Fütterung und Haltung schlagen auch Pferden auf den Magen. Die Folge sind häufig Magengeschwüre. Da der Pferdemagen in der Natur auf eine fast ununterbrochene faserreiche Futter-Zufuhr eingestellt ist, wird auch rund um die Uhr Magensäure produziert. Entstehen nun zu lange Fresspausen, beginnt die Magensäure die empfindliche Magenschleimhaut zu reizen.
Als Ursache kann eine Störung der Darmflora vorliegen, im Akutfall zum Beispiel durch radikale Futterumstellungen (auch Weideauf- und -abtrieb!), Medikamentengabe (Antibiotika!) oder verdorbenes Futter. In chronischen Fällen liegt oft Überfütterung mit Kraftfutter (Getreide) oder Intoleranz gegen Heuschimmel oder Silage vor. Bei länger andauernden chronischen (ab einer Woche) Durchfällen sollten Fütterung und Haltung grundsätzlich überprüft bzw. optimiert werden.
Koliken gehören wohl zu den am meisten gefürchteten Komplikationen unserer Pferde. Doch auch zunächst weniger dramatisch erscheinende Störungen im Verdauungssystem wie Durchfall und Kotwasser stehen in vielen Ställen an der Tagesordnung. Hier spielen Aufbau und Funktion des Verdauungstraktes eine zentrale Rolle, da hier mit einer entsprechenden Rationsgestaltung und einem angepassten Fütterungsmanagement darauf eingegangen werden muss, um Störungen zu vermeiden.
Das Steppentier Pferd benötigte in Gefahrensituationen neben schnellen Beinen ein großes Lungenvolumen, um mit weit geblähten Nüstern blitzschnell zu entfliehen. Die gleichmäßige Bewegung während der Futtersuche und eine kräuterreiche Nahrungsgrundlage sorgte für die Reinigung und Gesunderhaltung der Atemwege.