Der Turnierreiter und die Flüssigkeitszufuhr
Während sich die meisten Sportler über das Thema Ernährung viele Gedanken machen, beschränken Reiter das Problem auf den vierbeinigen Kollegen. Tatsache ist aber, daß nur ein gut ernährtes Team besserer Voraussetzungen für den Erfolg hat.
Eine wichtige Rolle spielt die Flüssigkeitszufuhr des Reiters. Nein – wir meinen hier nicht den obligatorischen Sekt, der den Erfolg krönt. Auch nicht die Bierchen in geselliger Runde!
Die Flüssigkeitzufuhr macht richtig Sinn!
Der Flüssigkeitsbedarf eines Reiters an einem warmen Turniertag mit drei Starts liegt bei mindestens 3 Litern. Da über die Transpiration (Schweißverlust) der Wärmehaushalt geregelt wird, kann es bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr zur Überhitzung des Organismus und so zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen.
Wasser ist das Transportmittel des Körpers und regelt den Abtransport von Giften und Stoffwechselschlacken. Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel, verbunden mit Überanstrengung und Turnierstreß, führen zur Übersäuerung und Verschlackung des Körpers. Im Rahmen der Muskulatur führt dies zu enormen Leistungseinbußen.

Was soll der Reiter trinken?
Die Aufnahme von Getränken während des Turniertages wird oft vernachlässigt. Spielt die Auswahl des Getränks eine große Rolle? Welche Getränke können empfohlen werden?
Der morgendliche Kaffee oder Tee ist sicher ein prima Muntermacher. Wer jedoch vor dem Start sehr aufgeregt ist, sollte auf coffeinhaltige Getränke verzichten. Was man wissen sollte: auch wenn Cola gut für den Magen-Darm-Trakt ist, Colagetränke sind coffeinhaltig. Außerdem belastet die enthaltene Phosphorsäure den Körper und bindet wertvolle Mineralien.
Süße Limonaden halten den Blutzuckerspiegel aufrecht. Bei starkem Durst sind sie leider oft zu süß. Besser sind Fruchtsaftschorle, wie A- oder O-Saftschorle, die natürliche Fruchtzucker und Mineralien liefern. Interessant sind aufgrund der sekundären Pflanzenfarbstoffe auch Johannesbeer- oder Traubensaftschorle.
Kräutertees, wie Pfefferminztee, Hagebuttentee oder Weißdorntee sind gute Durstlöscher, schmecken aber nicht jedermann.
Ideal sind Mineralwässer. Bei ihnen sollte man auf den Gehalt an Natriumbicarbonat und Magnesium achten. Diese Mineralien dienen der Ent-säuerung des Körpers und verbessern die Leistungsfähigkeit. Zu empfehlen sind Mineralwässer mit einem Gehalt von 100 mg Magnesium bzw. 1500 mg Hydrogencarbonat pro Liter. Den beim Sportler enorm er-höhten Bedarf an Magnesium deckt eine Magnesiumbrause aus der Apotheke.
Als Zwischenmahlzeit empfehlen sich Obst (Äpfel) und Gemüse (Karotten), die neben Vitaminen und Mineralstoffen große Mengen an Wasser enthalten.
Für eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr ist es durchaus sinnvoll, mittags eine Suppe zu essen. Gesund und vitalstoffreich wäre ein leichter Gemüseeintopf. Ein ernährungsphysiologisch interessanter Brauch, der leider in Vergessenheit geraten ist, ist die früher obligatorische Erbsensuppe (z.B. in der Pause der herbstlichen Jagd).
Leider wird auf den Reitturnieren nur eine kleine Auswahl an Mahlzeiten angeboten. So werden im Heißhunger schnell ein Paar Würstchen mit Pommes heruntergeschlungen, bei denen nach 5 Minuten das bekannte Magendrücken und nach 10 Minuten das schlechte Gewissen kommt. Vielleicht denken hier in Zukunft ein paar Veranstalter um. Arbeitsintensiv sind Eintöpfe nur im Vorfeld, Ausgabe und Verkauf erfolgen schnell und einfach.
Und gegen das anschließende Bier hat keiner was.
Dr. Susanne Weyrauch










