HD einfach wegfüttern?

11IntroSchön wär’s sicherlich, wenn es ginge.

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) tritt häufig bei bestimmten Rassen wie etwa dem Deutschen Schäferhund, Bernhardiner, Rottweiler und Berner Sennenhund, vereinzelt aber auch bei anderen Hunden wie Boxern, Afghanen oder Huskies auf.

Nur ein Teil der betroffenen Hunde kommt tatsächlich mit einer verformten Hüfte zur Welt. Bei einem Großteil sind die Hüften bei der Geburt "normal" und entwickeln erst danach im Lauf der ersten sechs Lebensmonate die HD. Man vermutet ein Mißverhältnis in dem Wachstum der Knochen und den sie umgebenden Bindegeweben.

Teile des Hüftgelenkes bestehen beim Welpen zum Zeitpunkt der Geburt noch aus Knorpel. Während der Umwandlung von Knorpel- in Knochengewebe kommt es dann zur Lageveränderung des Gelenkkopfes.

Bereits beim jungen Hund sind Symptome wie Schmerzen beim Aufstehen, die sich bei Bewegung bessern (die ersten Schritte sind "steif", dann geht der Hund "normal"), eingeschränkte Bewegungsfreude oder auffällig weicher, schwankender Gang mit extremer Beweglichkeit der Hinterbeine im Gelenk ein Grund, an eine HD zu denken.

Was begünstigt nun die mehr oder weniger auffällige Entwicklung einer HD?

Es scheint sicher, daß sowohl die quantitative als auch die qualitative Ernährung des Welpen und Junghundes die weitere Ausbildung der HD beeinflusst. Die richtige Ernährung kann die Entwicklung des Hüftgelenks im Wachstum des Hundes günstig beeinflussen.

Überernährung wachsender Welpen führt nachweislich zu einem schnelleren Knochenwachstum und größerer Gewichtszunahme als altersgemäß die Regel ist. Ein zu hohes Körpergewicht hat aber eine Überlastung des noch knorpeligen Skeletts zur Folge. Das bedeutet: widerstehen Sie den großen braunen Augen …

Dies gilt auch für die gerne praktizierte Zufütterung von Calciumtabletten mit Schokoladengeschmack, mit denen man dem jungen Hund doch nur etwas Gutes tun will!

Übermäßige Calciumzufuhr kann die altersgemäße Reifung von Hüftgelenk und Knorpelgewebe verzögern und somit eine HD begünstigen.

Vermeiden Sie in jedem Fall eine Überernährung Ihres Tieres,
gleich in welchem Alter

Vermeiden Sie aber bitte auch eine Unterfütterung. Die Sparration im Napf bedeutet zwar eine schlanke Taille, gleichzeitig aber auch eine Reduzierung notwendiger Aufbaustoffe, die gerade in der Wachstumsphase des Welpen nicht wiedergutzumachende Schäden beim Skelett- und Muskelaufbau bedeuten kann. Unterfütterung ist also genauso schädlich wie Überfütterung.

Füttern Sie richtig!

Achten Sie auf eine Ernährung mit ausgewogenen Nahrungsbaussteinen, Energie- und Calciumgehalten, die dem jeweiligen Bedarf Ihres Hundes, der sich aus Rasse, Alter und Aktivität ergibt, angepaßt sein sollen.