Futter für die Seele?

mensch1Nährstoffmangel als Ursache für psychische Probleme

Es gibt Tage, an denen man sich mal mehr oder weniger gut fühlt. Verändertes psychisches Befinden macht einen jedoch noch nicht zum Psychopathen. Wer aber auffallend häufig unter Angst, Nervosität oder sogar Depressionen leidet, hat ein schwerwiegenderes Problem.

Dass die Psyche mit den Ernährungsgewohnheiten zusammenhängen könnte, ist für viele unvorstellbar. Jedoch konstatierte der zweimalige Nobelpreisträger Linus Pauling bereits vor einigen Jahren den Zusammenhang zwischen der Ernährung und der seelischen Gesundheit, in dem er sagte, dass ein Nährstoffmangel sich zuerst in der Psyche zeigte.

Nervenvitamine

Mensch4Die ersten Erkenntnisse bezüglich bestimmten Nährstoffen und psychischen Problemen erwarb man im Zusammenhang mit den Vitaminen des B-Komplexes. Ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) führt zu neurologischen Systemerkrankungen, wie z.B. Nervenentzündungen. Beobachtet werden aber auch Atemnot, Beklemmungsgefühle, gewisse Über- oder Unterempfindlichkeiten, Müdigkeit und Störungen des emotionalen Gleichgewichts. Ähnlich führt auch ein Mangel an Vitamin B6, Folsäure oder B12 zu nervösen Störungen, Übersensibilität oder sogar psychiatrischen Störungen. Den höchsten Gehalt an B-Vitaminen liefern Innereien und Hefe.

Der Mangel führt zu Angst

Das schweißgebadete Aufwachen in der Nacht, Angstzustände, verbunden mit Verspannungen und Verkrampfungen sind oft ein Zeichen für eine deutliche Unterversorgung mit Magnesium. Sportliche Betätigung und Stress erhöhen den Bedarf an diesem Mengenelement in drastischer Weise. Die Symptome sind – verbunden mit Herzproblemen – auch als Managerkrankheit bekannt. Diäten und Abführmittel sind bei Frauen häufig der Grund für einen Magnesiummangel, der sich auf natürliche Weise nur mit Schokolade, Nüssen, Sesam- oder Leinsamen, guten Mineralwässern und Trockenobst decken lässt. Im allgemeinen muss der Bedarf an Magnesium (mind. 350mg/ Tag) durch ein hochwertiges Präparat gedeckt werden.

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Melencolia

Shizophrenie als Endstufe

Weniger bekannt ist die Wirkung der Spurenelemente auf die Psyche. Verheerend kann sich ein Zinkmangel auswirken. Er kann im Spätstadium zu Shizophrenie führen. Dazwischen liegen verschiedene Stadien. Unruhe, Nervosität und Unkonzentriertheit können besonders Kindern schaden, die schnell als hyperaktiv und krank eingestuft werden. Den Zinkbedarf deckt man hauptsächlich mit Fleisch und Fisch, weniger mit Haferflocken und Camembert. Die Bedarfswerte schwanken beim erwachsenen Menschen zwischen 15mg pro Tag (deutsche Bedarfswerte) bis hin zu 50mg pro Tag (manche amerikanische Empfehlungen).

Heimlicher Helfer

Mensch5Mangan, das heimliche Spurenelement, ist hauptsächlich in den Eierstöcken weiblicher Individuen lokalisiert und ist daher für Frauen von besonderer Bedeutung. Insbesondere dann, wenn das prämenstruelle Syndrom oder die Menopause plagen. Ohne Mangan ist der Vitamin B1 – Stoffwechsel behindert, der die Stressresistenz erhöht. Daran erkennt man auch wie unsinnig die reine Gabe von Vitaminpräparaten ohne eine ordentliche Spurenelementzulage ist. Mangan wird - wie auch Zink und Kupfer - in Stresssituationen im Rahmen des Enzyms Superoxiddismutase stark beansprucht. Den Mangel an Mangan auszugleichen ist schwer, da Mangan nur in geringen Mengen in den Grundnahrungsmitteln vorkommt. Lediglich Schwarzer Tee, Schalentiere wie Schnecken oder Muscheln und bestimmte Gemüse wie Artischocken enthalten größere Mengen davon.

Die Leber schützen

Niere und Leber sollten als die Filterorgane des Körpers vor zu viel Fetten, Alkohol, Nikotin und Stress geschützt werden. Schädigungen dieser Organe führen zu einer mangelnden Entgiftung des Körpers von Toxinen und Stoffwechselmetaboliten und können Müdigkeit, Depression und Verwirrtheitszustände auslösen. Daher ist es ratsam, das Trinkverhalten in Bezug auf die Flüssigkeitsmenge zu überdenken und Fastentage mit hoher Wasserzufuhr einzuhalten.

Essgewohnheiten überprüfen

Es macht durchaus Sinn, sich und den Körper nach der Nahrungsaufnahme zu beobachten. Nicht jedem tut jedes Essen gut. Wer sich selbst beobachtet wird feststellen, dass manche Mahlzeit froh und glücklich stimmt, manche jedoch zu Müdigkeit führt. Es ist einen Versuch wert, daraufhin Essgewohnheiten zu verändern.

Dr. Susanne Weyrauch