Kleiner Ernährungsratgeber
Weder das reine Kalorienzählen noch der Konsum fettfreier „light“ – Produktes haben einen wirklich langfristigen Effekt auf die Gewichtsreduktion. Entgegen der landläufigen Meinung, dass alleine die Vermeidung von Fett zur schlanken Figur führt, hat sich insbesondere in den USA die „low carb-Diätwelle“ durchgesetzt. Wer Kohlenhydrate reduziert und sich auf fetthaltige Lebensmittel konzentriert, liegt derzeit voll im Trend. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen.
Wer Gewicht reduzieren will, muss die Energiezufuhr drosseln. Da Fett doppelt soviel Energie enthält wie Kohlenhydrate scheint das Argument der Fettgegner, vorwiegend Nahrungsfette zu reduzieren, logisch. Das ist soweit auch richtig. Wer nicht gerade im Bergbau tätig ist oder täglich im Wald mehrere Stunden Holz hackt, kann den Anteil an tierischen Fetten, insbesondere in Wurstwaren, Fettkäse oder als Brat- oder Frittierfett durchaus reduzieren, da die hier enthaltenen Fette neben ihrer Energielieferung keine bekannte gesundheitsfördernde Wirkung haben.
Die Kohlenhydratgefahr
Aber auch reine Kohlenhydrate, enthalten in Nudeln, Weißbrot und zuckerhaltige Getränken, dienen ausschließlich der Energiezufuhr ohne größeren ernährungsphysiologischen Nutzen und gelten ebenso als leere Kalorien. Die Lobby der Kohlenhydratgegner führt an, dass der ständige und überhöhte Genuss von stärke- und zuckerhaltigen Produkten langfristig zu enormen körperlichen Nachteilen wie Insulinresistenz und sogar Diabetes führen kann. Begründet wird dies damit, dass stärkehaltige Nahrungsmittel im Darm in Glucose (Zucker) gespalten und nach ihrer Aufnahme ins Blut Insulin benötigen, um vom Blutkreislauf in die Körperzelle zu gelangen. Damit jagt jede Zucker- oder Stärkeaufnahme den Insulinspiegel nach oben. Die Bauchspeicheldrüse wird gereizt und nach langen Jahren überreizt. Es besteht die Gefahr der Glucoseintoleranz und entsprechender Stoffwechselkrankheiten.
Fette und Öle
Bestimmte Fette können aktiv die Gesundheit unterstützen. Wichtig und unentbehrlich für den Organismus sind die essentiellen Fettsäuren aus kaltgepressten Ölen, Keimen und Nüssen. Auf die sollte man keinesfalls verzichten. Ein anderer nützlicher Effekt von Fett ist die schnelle Sättigung und die Verzögerung des raschen Insulinanstiegs im Rahmen einer Mahlzeit.

Nicht in die Pfanne hauen
Der Bedarf des Menschen an Öl zur Deckung des Bedarfs an essentiellen Fettsäuren liegt bei etwa 10 Gramm täglich. Das ist gar nicht so einfach, bedenkt man, dass die wärmeempfindlichen Öle nicht zum Braten oder Backen geeignet sind, da sie leicht oxidieren. Als Ausnahme gilt Olivenöl, welches neben anderen positiven Inhaltsstoffen nur wenige essentielle Fettsäuren enthält. Zu den ganz besonderen feinen Salat- und Speiseölen gehören Traubenkern-, Hanf- oder Kürbiskernöl. Sie sind besonders reich an essentiellen Fettsäuren und haben nichts in der Pfanne verloren.
Omega-3-Fettsäuren
Einen ganz besonderen Stellenwert in der Fettversorgung haben die Omega-3-Fettsäuren. Sie sind die Grundlage zur Bildung der entzündungswidrigen Prostaglandine und gelten als wichtig bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen. Als Fettsäurekomponenten von Phospholipiden sind sie ein integraler Bestandteil von Zellwänden. Aufgrund ihrer großen Oberfläche benötigen vor allem Nervenzellen viele Omega-3 Fettsäuren. Ebenso besteht ein großer Bedarf bei den sich ständig regenerierenden Leberzellen. Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Hirn und in der Netzhaut des Auges angereichert.
Gesunde Öle
Eine aus Mexiko stammende Pflanze namens Chia aus der Familie der Salbeigewächse soll den angeblich höchsten Gehalt (64 Prozent) an Omega-3-Fettsäuren enthalten. Sehr reich speziell an Alpha-Linolensäure (gehört zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren) ist Leinöl (50 Prozent), das jedoch so leicht ranzig wird, so dass es oft schon nach kurzer Lagerung kratzig schmeckt. Weitere omega-3-fettsäurehaltige Öle sind Hanföl (20 Prozent) Walnussöl (13 Prozent und Rapsöl (9 Prozent). Aus diesen lebenswichtigen Fettsäuren bildet der Körper (vorausgesetzt es steht genug Zink zur Verfügung) Prostaglandine, die im Körper gegen Entzündungen vorgehen, die Blasenfunktion stärken, Fruchtbarkeit und Nervenstärke beeinflussen.
Gesundes Fischfett
Eine besonders immunstärkende und blutdruckregulierende Wirkung haben die im Fisch vorkommenden Omega-3-Fettsäuren. Hier ist die Eicosapentaensäure der Ausgangsstoff zur Bildung von Eicosanoiden, deren positive gesundheitliche Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem schon sehr bekannt ist.
Fett ist in der Reduktionsdiät nicht alleine der „Böse“, gerade wenn es sich um hochwertige Öle handelt. Vielmehr ist der Einfluss bestimmter Öle auf den Stoffwechsel erheblich und spielt eine große Rolle in der Ernährung.
A. Returner










