Interview mit Dr. Marcus Beckmanns
Er ist jung, supersportlich und Tierarzt. Dr. Marcus Beckmanns aus Holzkirchen bei München hat sich auf die Behandlung orthopädischer Probleme beim Pferd spezialisiert. Was ihn jedoch von anderen Kollegen abhebt ist seine Reiselust. Beckmanns ist regelmäßig in Russland, insbesondere in Moskau, um dort unter anderem Sportpferde zu behandeln.
Die Nachfrage nach dem Tierarzt ist groß, immerhin gibt es um Moskau gelegen 700 Reitställe, von denen die meisten den unsrigen in nichts nachstehen.
Futterjournal:
Wie sind Sie darauf gekommen, nach Russland zu gehen?
Dr. Beckmanns:
Eigentlich eher zufällig. Über den internationalen Einsatz auf verschiedenen Championaten ergaben sich vielfältige Kontakte, über die ich auch zu den Olympischen Spielen nach Sydney zur Betreuung einiger Pferde eingeladen wurde. Mehr oder weniger über Mund-zu-Mund-Propaganda wurde daraus die Gelegenheit, nach Russland zu reisen. Es machte mich neugierig und ich begann regelmäßig dort zu arbeiten.
Futterjournal:
Liegt dafür eine besondere Ausbildung zugrunde?
Dr. Beckmanns:
Ich habe in München Tiermedizin studiert. In meiner Assistentenzeit arbeitete ich zunächst bei Dr. Brems in Zorneding und später in Telgte. In meiner chirurgischen und orthopädischen Ausbildung profitierte ich stark von diesem Umfeld.

Futterjournal:
Sie behandeln ja nicht nur in Russland Pferde sondern auch Pferde im gesamten Süddeutschen Raum. Was zieht Sie in die Ferne?
Dr. Beckmanns:
Mein Beruf macht mir sehr viel Freude. Mein Beruf ist meine Leidenschaft. Mit Leidenschaft zu arbeiten heißt, mit ganzer Seele dabei zu sein. Dort wo ich bin, da bin ich vollständig, egal wo auf der Welt.
Futterjournal:
Sie haben aber auch ein Hobby, das Sie im wahrsten Sinne beansprucht?
Dr. Beckmanns:
Natürlich reite ich gerne, aber ich trainiere Triathlon. Ich liebe Sport.
Futterjournal:
Gibt es spezielle Probleme in Russland, die wir so nicht kennen?
Dr. Beckmanns:
Ja es gibt durchaus Infektionskrankheiten, die wir so nicht kennen, aber die meisten Probleme sind Managementprobleme wie Haltung, Fütterung, Hufbeschlag, Sättel etc.
Futterjournal:
Wie machen Sie das, haben Sie Ihre Medikamente im Koffer dabei? Das könnte bei den Kontrollen immer wieder Schwierigkeiten herbeiführen.
Dr. Beckmanns:
Gottlob stehen um Moskau genug Kliniken zur Verfügung, mit denen ich zusammenarbeiten kann.
Futterjournal:
Was behandeln Sie am liebsten, gibt es Favoriten?
Dr. Beckmanns:
Lahmheiten sind mein Spezialgebiet, aber was gerade in Russland wichtig ist, sind die Prophylaxe und das Sportmanagement. Hier ist noch viel nachzuholen.
Das Interview führte Dr. Susanne Weyrauch










