Das Metabolische Syndrom

Intro-MenschStoffwechsel eines Hochleistungssportlers oder Anfang vom Ende?

Es fängt meist mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen an. Ob Frau oder Mann, der fromme Wunsch vom Abnehmen bleibt und schwups sind es fünf Kilo mehr. Wer die Verzweiflung jetzt nicht in Aktivität umsetzt - egal ob Einhalten einer verminderten Energiezufuhr oder vermehrten Energieverbrauchs - der läuft Gefahr, langfristig das Metabolische Syndrom zu entwickeln.

Bluthochdruck, schlechte Cholesterin- und Fettwerte im Blut und schließlich die beginnende Insulinresistenz kommen zum Übergewicht hinzu. Ein Quartett, das zu Diabetis und Herzkreislauferkrankungen führen kann. Der klassische Schulmediziner wird eine Gewichtsreduktion empfehlen und zur Senkung überschießender Blutwerte Arzneien aus der Kiste der Pharmaindustrie zaubern. Nachdem unser metabolischer Patient allerdings keine Lust zum Abnehmen hat, bleibt es neben den üblichen Nahrungsgewohnheiten bei einer Zulage chemischer Substanzen.

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Bei Überernährung untermineralisiert

Eines ist Fakt: wer sich zu viele Pfunde anfrisst, macht das nicht mit Obst, Gemüse, ungesüßtem Kräutertee oder magerem Fleisch. Hier stehen Schweinefleischgenuss, Alkohol, Wurst und Käse und Unmengen von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot, Nudeln, Reis, Tortillas, Gebäck, Chips oder Popcorn auf dem Speiseplan. Ein großes Problem stellen tatsächlich auch gesüßte Getränke dar. Eine Ernährungsstudie an Jugendlichen hat gezeigt, dass mit der ständigen Zufuhr zuckerhaltiger Getränke langfristig hohe Gewichtszunahmen zu erwarten sind. Das gilt sogar für natürliche Fruchtsäfte. Besser sind ausreichend Mineral- oder Heilwässer.

Der Stoffwechsel des Übergewichtigen muss mehr leisten als der eines Unter- oder Normalgewichtigen. Er hat einen höheren Stoffumsatz. Wer beispielsweise 130 Kilogramm wiegt, muss täglich mind. 3000 Kalorien verzehren, um sein Gewicht zu halten. Diesem Energiebedarf fallen - ganz zu schweigen von ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten - eine hohe Menge an Nahrungsmitteln zum Opfer. Damit hat der Übergewichtige den Energieumsatz eines normalgewichtigen Hochleistungssportlers oder Schwerstarbeiters. Und so kommen wir zum Thema. Durch den hohen Stoffwechselumsatz liegen erhöhte Nährstoffbedarfe im Bereich der Mineralien, Vitamine und Spurenelemente vor. Insbesondere Nährstoffe, die in den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel involviert sind, werden durch die oft einseitige Ernährung mit Pizza, Fast Food etc. nicht gedeckt. Paradoxerweise kann bei einem Menschen, der im Überfluss lebt ein Mangel entstehen.

Nährstoffmangel unterstützt die Entwicklung von Diabetes

Ein Mangel, beispielsweise an Zink, Chrom und Mangan unterstützt die Entwicklung der Insulininsuffizienz. Der ständige Genuss kohlenhydrathaltiger Lebensmittel und zuckerhaltiger Getränke strapaziert die Bauchspeicheldrüse. Die dazu notwendige Produktion von Insulin kostet wertvolle Nährstoffe. Dazu wird Zink als Zentralatom des Insulins, Mangan zur Ausschüttung und Chrom als „Andockfaktor“ benötigt. Sind diese Nährstoffe aufgebraucht, kann Insulin, falls es überhaupt noch gebildet wird, nicht mehr wirken. Das bedeutet Diabetes Typ II.

Übergewichte treiben bereits Hochleistungssport

Der Übergewichtige trägt dauerhaft ein bis zwei Futtersäcke mit sich herum, ob er Treppen steigt oder den Haushalt macht. Diese Leistung muss vom Herzen mitgetragen werden. Das wie beim Leistungssportler beanspruchte Herz muss mit entsprechenden Mengen an Magnesium, Vitamin E und Selen versorgt werden, sonst können Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche eintreten.

Ausgehend von der überhöhten Herzbelastung und der geforderten Pumpleistung ist der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Bluthochdruck erklärlich. Im Gegensatz zum Sportler allerdings trägt der übergewichtige Mensch Fett- statt Muskelmasse mit sich herum. Er kann sich auch keine Pause gönnen und Ruhezeiten einlegen, denn sein Stoffwechsel läuft ständig auf Hochtouren.

Völlerei – eine Todsünde

Im Mittelalter, als Nahrung knapp war, galt maßloses Essen als schamlos gegenüber den Hungernden. Völlerei wurde auch als Fresssucht, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit und Unmäßigkeit bezeichnet. Auch der Islam beschäftigt sich mit dem Thema. Hier wird geraten, den Magen mit einem Gleichgewicht aus Nahrung, Wasser und „Luft“ zu füllen.

Daher sollte nicht nur aus rein körperlich gesundheitlicher Sicht der Übergewichtige eine Kehrtwende betreiben, damit nicht Diabetis, Herzprobleme, Kurzatmigkeit und Kreuzschmerzen und die damit einhergehende Einnahme chemischer Pharmazeutika mit all ihren Nebenwirkungen einen langen Leidensweg bescheren, sondern auch aus geistiger Sicht, aus Respekt vor der Schöpfung.

Gerade in einer Zeit, in der Gemüse aus dem Gewächshaus und Fleisch aus industrieller Massentierhaltung kommt, kann man mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten mehr erreichen als abzuspecken. Mit dem Einsatz hochwertiger Bioprodukte, vor allem aber biologischer Fleischprodukte aus artgerechter Tierhaltung, reichlich Gemüse und Salat kann man in der eigenen Küche hochkreativ werden. Durch einen bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln, wird der Verzicht auf das Übermaß zur Kardinalstugend und der Weg zu einer gesunden, „leichteren“ Lebensweise einfacher.

Dr. Susanne Weyrauch