Ich will Kühe

Intro-KueheWas in Amerika seit Jahrhunderten zur täglichen Arbeit der Cowboys gehört und sich inzwischen zu einer hochdotierten Sportart entwickelt hat, findet auch in Deutschland immer mehr Freunde – die Arbeit mit dem Pferd am Rind. Doch warum finden so viele Menschen Spaß daran, mit ihrem Pferd Rinder zu treiben? Was löst diesen Enthusiasmus aus?

Ich will es wissen und mache mich mit meiner Stute auf nach Gold Leaf Acres. Die idyllische Reitanlage von Kathi und Jan Zweers liegt in der Mitte Deutschlands, landschaftlich traumhaft eingebettet zwischen Rhön und Vogelsberg.Kuehe-Cool-Buddies-Cup

Gold Leaf Acres

Kuehe-IntroMit Pferden groß geworden, konnten die beiden viel Pferdeerfahrung nicht nur in Deutschland, sondern auch mehrere Jahre in den USA und auf Ihrer eigenen Zucht- und Reitanlage in Frankreich sammeln. Seit 4 Jahren sind sie nun in Deutschland und bieten auf Gold Leaf Acres den Beritt von Jungpferden, das Training von Turnierpferden und die Ausbildung der Reiter an. Dabei wird besonders auf eine individuelle Behandlung von Pferd und Reiter Wert gelegt. Jeder wird gemäß seines Ausbildungsstandes und Vermögens gefordert und gefördert.

Trockenarbeit muss sein

So komme ich nun morgens mit meinem Pferd auf dem Hof an. Außer mir haben sich noch vier weitere Rinderunerfahrene mit ihren Pferden zu diesem Tageskurs eingefunden. Alle sind wir sehr gespannt auf das, was da auf uns zukommen mag.

Wir fangen erst mal mit Trockenarbeit an. Bei allem Spaß den das ganze machen soll, legt Jan jedoch großen Wert darauf, dass die Pferde immer korrekt an den Hilfen stehen und sich richtig bewegen. So üben wir das Halten und Wenden auf der Hinterhand, bis die Pferde dies flüssig aus Schritt und Trab beherrschen.

Kuehe-GoldLeafAcres

Das erste Mal am Rind

Nun kommt der große Augenblick. Vier Rinder werden in die Halle gelassen. Unsere Pferde stehen mit großen Augen und gespitzten Ohren auf der gegenüberliegenden Seite und beäugen das ganze hochinteressiert. Im Gegensatz zu unseren Pferden sind die Rinder an Pferde gewöhnt und zeigen eine fröhliche Gelassenheit.

Nacheinander führen wir unsere Pferde an die Gruppe heran, indem wir unsere eben geübte Turnback-Übung immer weiter in die Nähe der Rinder verlagern. Die Reiter mit ruhigen Pferde werden dabei schon als Cornermen eingesetzt, so dass wir nun lernen eine Herde zu „settlen“, d.h. Sie mit den Pferden und deren Bewegungen vertraut zu machen.

Die Pferde zeigen sich durchweg interessiert und versuchen mit langem Hals die Rinder zu beschnuppern. Während manche sehr schnell ruhig durch die Herde gehen, braucht mein Pferd dazu erst einmal ein Leitpferd, welches vorangeht. Aber bereits nach 3 bis 4 Versuchen wird sie mutig, die Ohren werden an den Kopf gelegt und sie versucht die Rinder mit Nasenschubsern zu beeindrucken. Die Sache fängt an ihr Spaß zu machen.

Teamwork ist gefragt

Die nächste Übung ist das Treiben der Herde. Dazu reitet der Driver hinter der Herde und bestimmt das Tempo und der Herdholder hält sich seitlich um die Richtung zu vorzugeben. Hier macht es sich nun bezahlt, wenn das Pferd gut an den Hilfen steht. Teilweise bleiben einzelne Rinder stehen, drehen blitzschnell um und brechen aus der Herde aus. Jetzt heißt es die Tiere gut beobachten und ebenso schnell sein Pferd anhalten, wenden und wieder vorwärts reiten. Ich spüre, wie meine vorher im Training manchmal etwas triebige Stute anfängt mitzudenken und flink hinter den Rindern hergeht.

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Beim Cow Working oder Cutting wachsen Reiter und Pferd zusammen

Auge in Auge mit dem Rind

Nach der Mittagspause können wir es kaum erwarten wieder auf die Pferde zu kommen. Nun dürfen wir jeder mit einem einzelnen Rind arbeiten. Meine Stute wird immer aufgeweckter, ihr macht es sichtlich Spaß, das Rind mit angelegten Ohren und Nasenstubsern in die richtige Richtung zu lenken. Geringe Hilfengebung meinerseits reicht aus. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, wir zwei arbeiten zusammen und verfolgen mit Freude ein gemeinsames Ziel. Die vorher etwas zähen Turnbacks werden nun mit Blick auf das Rind flüssig und schneller. Die Zeit vergeht wie im Flug und viel zu schnell ist auch dieser Nachmittag vorbei.

Abwechslung vom Trainingsalltag

Für mich steht am Abend fest, dass dieser Kurs eine unheimliche Bereicherung für die Arbeit mit meinem Pferd war und ich werde es sicherlich wiederholen, auch wenn ich wohl nie eine Cutting oder Working Cow Horse reiten werde. Und man muss dazu nicht unbedingt das klassische Westernpferd besitzen, es gibt viele Pferde anderer Rassen, die ebenfalls Freude an dieser etwas spielerischen Art der Arbeit haben und denen man damit etwas Abwechslung vom normalen Trainingsalltag bieten kann.

All-Around Training Stable

Auf Gold-Leaf-Acres finden Reiter und Pferde jeder Couleur Ausbildung und Training gemäß Ihrem Stand. Ob man nur ein gut gerittenes Freitzeitpferd möchte oder mit seinem Pferd in Disziplinen wie Trail, Reining oder Rinderklassen Turniererfolge erzielen will, Jan und Kathi können jedem mit Ihrer ruhigen und sachkundigen Art wertvolle Hilfestellung geben. Und bei allem kommt auch der Spaß nie zu kurz! (www.gold-leaf-acres-qu.com)

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Annette Ernst