Der Winterspeck muss weg!

12IntroHinter uns liegt ein kalter Winter. Frühe Dunkelheit und wenig Bewegung an der frischen Luft boten eine geniale Gelegenheit, die Kalorienzufuhr weit entfernt von zivilisierter Zurückhaltung anzuheben, den Verbrauch an Energie konsequent zu drosseln und mit einem gemütlichen Glas Glühwein die Verdauung derart abzubremsen, daß die zugeführte Nahrung auch wirklich in Winterspeck umgesetzt werden konnte.

Der Appetit stieg, als hätte man vor, wie ein Bär den restlichen Winter ohne Nahrungszufuhr zu verschlafen, mindestens jedoch nach Alaska auszuwandern. Unterstützt wurde dieser Heißhunger vom saisonalen Nahrungsangebot: Schokoladig glänzende Weihnachtsplätzchen schrien ein lautes "Iß mich", üppige Hauptmahlzeiten und die Lust auf Deftiges waren an der Tagesordnung.

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Was aber nun, wenn man heldenhaft den Mut gefunden hat, auf die Waage geklettert ist, diese mit blankem Entsetzen verlassen hat, um sich anschließend auszumalen, wie teuer es werden könnte, die Sommergarderobe eine Konfektionsgröße größer zu kaufen?Soll man mit einer der selbstverachtenden Diäten beginnen oder versuchen, mit unmenschlichem Verzicht das Gewicht des Vorjahressommers zu erreichen?

Hier ein paar Tips, wie man – vor allem gesund – den sanften Angriff auf die Pfunde wagen kann:

1.
Eine Mahlzeit durch das klassische Salatritual ersetzen und dabei auch an Rohkostsalate aus Rüben, z.B. rote Beete, Karotten und Sellerie denken. Ebenso empfiehlt sich der Verzehr von gegarten Gemüsen. Pflanzliche Kost liefert einen hohen Anteil an Ballast- und Vitalstoffen bei geringem Energiegehalt. Der Magen wird gefüllt und der Heißhunger gestillt.

2. Bei den Hauptmahlzeiten kann eine gewisse Verzehrsreihenfolge eingehalten werden. Salate oder Gemüse sollten zuerst, später Fleisch und erst zum Schluß die kohlenhydrathaltige Beilagen (Nudeln, Reis, Kartoffeln) in Maßen verzehrt werden.

3. Obst liefert nicht nur weniger leere Kalorien als süßes Gebäck, sondern auch mehr sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe und Vitamine. Saisonales Obst (z.B. Boskop-Äpfel, Birnen) ist dabei lang transportierten, unreifen Exoten vorzuziehen.

4. Alkohol bietet nach Fett den höchsten Energiegehalt (1 Gramm Alkohol enthält 7,5 kcal) und sollte in der Fastenzeit möglichst vermieden werden. Außerdem bremst Alkohol entgegen der üblichen Meinung die Verdauung.

5. Wasser trinken entschlackt und bremst den Appetit!

6. Der Zeitpunkt der letzten eingenommenen Mahlzeit vor dem Schlafengehen ist entscheidend. Wer wirklich streng abnehmen will, sollte ab 17 Uhr keine Nahrung mehr aufnehmen. Wer das Gewicht halten will, sollte diese Maßnahme wenigstens an drei Tagen die Woche ab 18 Uhr praktizieren. Dieses sogenannte abendliche Dinner-Cancelling fördert in vieler Hinsicht die Gesundheit und gilt als Prophylaxe gegenüber vielen Zivilisationskrankheiten, da der Körper so nachts nicht mit Verdauung zu tun hat, sondern sich mit der Regeneration von Schwachstellen widmen kann.

Da kann man nur noch viel Erfolg wünschen!

Dr. Susanne Weyrauch