Oh je! Jetzt waren die "Häufchen" doch endlich mal genau so wie man es sich vorstellt und man war schon ganz glücklich! – Und nun geht es schon wieder los!!! Durchfall … Verdauungsstörungen sind ein recht häufig auftretendes und ziemlich unangenehmes Problem. Nicht selten passiert ja dann auch noch ein "Malheur" in der Wohnung, wenn der Hund versucht, sein Herrchen in der Nacht zu wecken und dieser merkt es zu spät.
Verdauungsstörungen haben verschiedene Ursachen
Neben sogenannten "Diät-Fehlern" können auch verschiedene Organerkrankungen z.B. von Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse für Verdauungsprobleme verantwortlich sein. Häufig ist die Ursache eine Infektion durch Bakterien, Viren oder Darmparasiten (z.B. Würmer oder Einzeller). Allergien und Vergiftungen sind seltener die Ursache.
Der Tierarzt behandelt den Durchfall zunächst mit den gängigen Mitteln. In aller Regel wird damit der "normale" Durchfall auch zügig verschwinden. Häufig wiederkehrende Probleme müssen genauer abgeklärt werden.

Das richtige Futter
Bei der Fütterung des Durchfallpatienten ist zu beachten: je empfindlicher die Verdauung, um so wichtiger ist eine besonders hochwertige und leicht verdauliche Hundenahrung. Günstig ist es, in jedem Fall die tägliche Futtermenge auf mehrere kleine Portionen verteilt anzubieten und vor den Verfüttern mit ca. 50°C warmen Wasser vorzuquellen. So können die Organe optimal entlastet werden. Müsliartige Futter sind für empfindliche Hunde nicht so gut geeignet. Sie weisen eine teilweise deutlich niedrige Verdaulichkeit auf und liegen "schwerer" im Magen.
Manche Durchfallerkrankungen - besonders bei Tieren im mittleren Lebensalter - sprechen sehr gut auf niedrige Protein- und Fettgehalte bzw. höhere Rohfasergehalte im Futter an. Sollte Ihr Hund auch bei den hochverdaulichen Produkten qualitativ guter Hersteller Probleme zeigen, so sind zunächst einmal die Futtermenge zu überprüfen. Gerade bei Welpen, Junghunden und Hunden im Sport wird häufig zu gehaltvoll und zu reichlich gefüttert. Die Futtermengen-Angaben auf den Verpackungen stellen nur rein theoretische Angaben dar. Welche Mengen an Protein, Fett bzw. Futter Ihr Hund tatsächlich braucht, hängt ganz von seiner individuellen Veranlagung, seinem Temperament und seinem Stoffwechsel ab. Nicht selten hören die Probleme daher schnell auf, wenn man die Futtermenge versuchsweise nach unten korrigiert und/oder ein weniger gehaltvolles Futter anbietet bzw. einfach auch nur die Leckerchen massiv reduziert.
Vorsicht bei den "Leckerchen"!
Viele Hundebesitzer achten sehr auf eine gute Qualität der Hauptmahlzeit, vergessen aber völlig, dass auch die Leckerchen zwischendurch die Ursache der Probleme sein können...
Achten Sie deshalb darauf, ob die Zutaten der "Hunde-Snacks" genau benannt werden. Hinter Sammelbegriffen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" oder "Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse" verbergen sich oft minderwertige Zutaten, die schwerer verdaulich sind. Auch "Farbstoffe" und "Aromastoffe" können für Verdauungsstörungen mitverantwortlich sein. Lassen Sie die Leckerchen einfach einmal einige Zeit weg und prüfen Sie, ob während dieses Zeitraumes Verdauungsprobleme auftreten.
Ist denn hier der Wurm drin?
Die nächste wichtige Frage ist die nach der letzten Wurmkur. Wann wurde zuletzt entwurmt? Und: mit welchem Medikament? Manche gängigen Produkte eignen sich nur zur Behandlung einzelner Wurmarten, so daß der Hund trotz Entwurmung nicht ganz wurmfrei wird. Oder der Befall ist zu stark, so daß eine einzige Wurmkur nicht ausgereicht hat.
Bei häufig auftretenden Durchfällen wird daher auch routinemäßig der Kot des Hundes untersucht. Das gibt dem Tierarzt die Möglichkeit neben hartnäckigem Wurmbefall auch "Einzellern" auf die Spur zu kommen, gegen die man spezielle Präparate braucht.
Detektivarbeit ist angesagt …
Der Tierarzt ist gefragt, wenn o.g. Maßnahmen nicht fruchten. Eine ganze Reihe von Untersuchungen ist nötig, um herauszufinden, ob ein organisches Problem vorliegt.
Futtermittel-Allergien sind im Übrigen lange nicht so oft die Ursache von Verdauungsstörungen, wie allgemein angenommen wird. Sollte sich dennoch herausstellen, daß der Hund auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe (z.B. Rind oder Weizen) mit Verdauungsstörungen reagiert, so ist künftig ganz genau darauf zu achten, daß weder das Alleinfutter noch die Leckerchen diese Stoffe enthalten!
Zum Schluß noch einige Tips:
1. Fühlt sich der Hund schlecht und zeigt neben Durchfall auch Erbrechen, so ist umgehend der Tierarzt aufzusuchen. Andernfalls kommt es u.U. sehr schnell zu starken Flüssigkeitsverlusten, die zum Schock und später zum Tode führen können.
2. Ist der Hund munter und unauffällig sowie die Verdauungsstörung nicht gravierend, so ist ein Tierarztbesuch nicht unbedingt sofort erforderlich. Man läßt den Hund einen Tag fasten, damit sich Magen und Darm beruhigen können. Trinken darf er. Anschließend bietet man ihm Schonkost an, z.B. magerer Quark, Hüttenkäse oder mageres Muskelfleisch mit gekochtem Reis oder Kartoffeln. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß nicht zu viel Eiweiß gefüttert wird (Empfehlung: ca. 1/3 Hüttenkäse, 2/3 Reis).Diese Diät wird mehrmals am Tag in kleinen Portionen angeboten.
3. Um bei gravierenden und häufigen Problemen "Rückfälle" zu vermeiden, ist es empfehlenswert in den ersten Wochen weiter mehrere kleine Mahlzeiten zu füttern.
4. Taucht der Durchfall bei der Umstellung auf die gewohnte Nahrung wieder auf, so ist die Art des Futters zu überprüfen!
Tierärztin C.C. Günther










