Das erfrischende Aroma der Pfefferminze, das uns schon alleine beim Klang des Namens in der Nase liegt, kennen wir aus verschiedenen kulinarischen Quellen. Es steigt aus dem Dampf der Teekanne empor und verfeinert bei den Briten die Gaumenfreude diverser Soßen (was allerdings Geschmacksache ist).
In der "Haute Cuisine" dient die Pfefferminze als dekorativer Blickfang auf dem Dessertteller. Die Eigenschaften dieses Gewächses reichen allerdings weit über den aromatischen Zweck hinaus.
Mentha piperita
Ihr lateinischer Name stammt von griech. "minthe" ab. Minthe war laut Sage eine Nymphe, die in eine Pflanze verwandelt wurde. Lat. "piperita" bedeutet "pfefferartig". Weil sie bei den Briten so beliebt ist, heißt die Pfefferminze Englische Minze oder Peppermint. Die englische Mitcham-Pfefferminze ist dabei die aromatischste aller Minzen und findet auch in den leckeren "After-Eight" Verwendung.
Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Grüner Minze und der Wasserminze. Sie tauchte Ende des 17. Jh. in England auf. Andere Minzarten wurden allerdings schon in die Gräber ägyptischer Pharaonen gelegt. Sie sollten das Volk vor Epidemien schützen.
Botanischer Steckbrief
Als Lippenblütler verfügt sie typischerweise über einen vierkantigen Stengel. An diesem sind die länglichen, elliptischen Blätter kreuzgegenständig angebracht. Die ährenförmigen Blüten zeigen rosa bis violett angehauchte Kronen, die ihre Blütenpracht von Juni bis Juli präsentieren. Auffallend sind die 4-8 cm langen Blätter mit scharf gesägtem Rand. Die Pfefferminze wird 40-80 cm hoch und ist bis in Höhen von 1.000 m zu finden. Dabei ist sie schon etwas anspruchsvoll, denn sie bevorzugt zwar sonnige Plätze verträgt aber andererseits keine längere Trockenheit.

Quelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomè - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - 1885, Gera, Deutschland
So einzigartig ihr Aroma – so vielfältig ihre Wirkungen
Hervorstechend an der Minze sind die enthaltenen ätherischen Öle, von denen vor allem der Pfefferminzkampfer, besser bekannt als Menthol, den Hauptanteil ausmacht. Menthol wirkt desinfizierend, keimhemmend und schmerzbetäubend. Daher lindert es Atemwegsbeschwerden und Erkältungen. Äußerlich angewendet hilft es gegen Ekzem, Geschwüre, Hautjucken, rheumatische Beschwerden und bei Verbrennungen.
Ihre wohltuende Wirkung entfaltet die Pfefferminze bei Verkrampfungen der Verdauungsorgane, der Gebärmutter und der Blase, bei Magenverstimmung und Magenübersäuerung. Bei entzündlichen Prozessen der Magenschleimhaut oder im Darmtrakt bringt sie ebenso Linderung wie bei Koliken. Darüber hinaus fördert sie den Gallenfluß und die Funktion der Bauchspeicheldrüse und hilft bei Blähungen, Durchfall sowie Darmträgheit. Zur Anregung des Appetits und der Konzentrationsfähigkeit ist sie ebenfalls geeignet.
Man sagt, die Minze belebe die zeitweilig gesunkene Herz- und Nervenkraft und könne die Reflexerregbarkeit und damit die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen. In der Volksheilkunde soll sie bei Wurmbefall, Nervosität, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Neuralgien und sogar bei Leberleiden helfen. In der kalten Jahreszeit schätzt man ihre anregende, stärkende und immunvitalisierende Eigenschaft. Im Sommer dagegen mehr ihre kühlende und erfrischende Seite. So kann sie ganzjährig im Speiseplan Verwendung finden.
Die Gerüchteküche brodelt …
In gewissen Kreisen hat die Pfefferminze einen schlechten Ruf. Es gibt Heilpraktiker, die sie als Antidot für homöopathische Mittel sehen. Auf der anderen Seite gibt es genauso viele Heilpraktiker, die diesen Standpunkt nicht vertreten und auf die heilenden Eigenschaften dieser wertvollen Pflanze nicht verzichten wollen. In der Pferdefütterung ist die Pfefferminze nie ganz auszuschließen, denn auf der Wiese und im Heu taucht sie gerne auf.
Und so wird`s gemacht
Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist während der Blütezeit. Man kann entweder nur die Blätter oder auch die ganze Pflanze trocknen. Muß es einmal schnell gehen, kann man die Trocknung der Pfefferminzteile im geöffneten Backofen bei 30-35°C vornehmen. Für die Tinktur dagegen werden nur frische Blätter verwendet. Grundsätzlich muß man darauf achten, daß die Pflanze nicht von Rostpilzen (sog. Minzenrost) befallen ist. Solche Pflanzen nicht mehr verwenden. Die Lagerung der getrockneten Pflanzenteile erfolgt am besten lichtgeschützt, kühl und trokken. Für das Pferd kann man die trockenen Blätter unter das Futter mischen, mit dem gekochten und wieder abgekühlten Tee ein Mash als perfekte Darmkur zubereiten oder natürlich eine fertige Tinktur verabreichen.
Der Vollständigkeit halber …
Zu den vorher genannten Eigenschaften der Pfefferminze noch der Zusatznutzen für den Menschen, der speziell beim Pferd allerdings keine Verwendung findet: die Pfefferminze als Tee zubereitet, möglichst warm und schluckweise getrunken oder als Tinktur eingenommen hilft bei Übelkeit, Erbrechen und den Symptomen der Reisekrankheit. Wohlsein!
Christine Bauer










