In der Pfalz scheint immer die Sonne

stallportraitDie Pfalzmühle der Familie Blaul

Es gibt viele schöne und moderne Reitställe in Deutschland. Aber über Qualität und Schönheit eines Reitstalles läßt sich streiten und letztendlich sind viele Kriterien entscheidend. So können dies praktische Gründe wie die Sauberkeit der Ställe, Service, der nette Reitlehrer, die Umgebung oder einfach Menschen sein, die sich hier zusammenfinden.

Eigentlich muß das jeder für sich und sein Pferd selbst entscheiden. Aber lassen Sie uns einfach mal die Pfalzmühle der Familie Blaul betrachten.

Die Romantik des Haardtrandes

stallportrait3In der sonnigen Pfalz, am westlichen Rand der Oberrheinischen Tiefebene, nahe Mannheim bzw. Speyer, liegt zwischen Haßloch und Neustadt an der Weinstraße die Reitanlage Pfalzmühle der Familie Blaul. Nördlich durch Weinkulturen begrenzt, erstreckt sich das Gelände der Reitanlage mit seinen 70 ha landwirtschaftlicher Fläche nach Südosten. Direkt an die Anlage grenzt der ebene Ordenswald, der mit seinem sandigen Boden, einer ehemaligen Stubbendorfstrecke und einer breiten Sandbahn hervorragende Ausreitmöglichkeiten bietet. Der Wald ist reich an Wild und seine extensive forstwirtschaftliche Nutzung garantiert freizügiges Reitvergnügen.

Familie mit reiterlicher Tradition

Die Familie Blaul ist in der Pfalz als Familienunternehmen bekannt. Es begann mit der Heirat von Horst Blaul, – später erfolgreichem Pferdezüchter und Reiter der Region – und seiner Frau Magda. Magda Blaul stammt aus der Reiter- und Züchterfamilie Merk, die sich in der Nachkriegszeit durch ihren Einsatz bei der Neuorganisation des Zucht- und Reitgeschehens in Rheinland-Pfalz einen Namen gemacht haben. Horst und Magda Blaul zogen 1970 in die im Jahre 1849 erbaute, fast verfallene Pfalzmühle...

Mühsamer Wiederaufbau der Anlage, Aufbau des Zucht – und Reitbetriebes und das Heranwachsen ihrer drei Kinder prägten die nächsten Jahre. Bereits als Jugendliche waren alle drei Kinder auf selbstgezogenen Pferden im Reitsport erfolgreich. Markus Blaul, der älteste Sohn, leitet heute den Reitbetrieb und die dazugehörige Landwirtschaft.

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Auf den örtlichen Reitturnieren startet er oft mit seinem reiterlich sehr erfolgreichen Bruder Jörg in den gleichen Prüfungen. Beide sind verheiratet, und es erübrigt sich zu sagen, daß die beiden Frauen der Brüder auch erfolgreich auf den Turnieren teilnehmen und auf der Pfalzmühle trainieren. Tochter Marion reitet nicht mehr aktiv im Sport, dafür macht ihre Tochter Irina Blaul, die vom Großvater Horst ausgebildet wird und wiederum mit selbstgezogenen Reitpferden in den Sport Einzug gehalten hat, dem Namen Blaul alle Ehre.

Reiterliche Gemeinschaft

stallportrait1Selten findet man ein Familienunternehmen, in dem auch die Einsteller familiär integriert werden. Seit über einem Jahrzehnt prägen reiterliche Tradition, Horsemanship und ein enges Zusammengehörigkeitgefühl dieses Kleinod der Reiterei. Die aktive Teilnahme an Reitstunden wird nicht nur von Kindern, sondern von einem Großteil der erwachsenen Aktiven mit Privat- oder Schulpferden genutzt. Unterricht kann von jedem Familienmitglied gegeben werden. Horst Blaul ist für seine Vielseitigkeitsstunden bekannt, die mit Herz und Verstand bei jedem Teilnehmer letztendlich in einem Hochgefühl enden. Jörg Blaul gibt gezielt Springunterricht, während Markus Blaul den größten Teil des Reitunterrichts hält und im großen Rahmen leitet und organisiert. Das Schöne daran: nicht nur die Turnierreiter werden gefördert. Jeder ist immer wieder herzlich willkommen, wenn es um Weiterbildung geht.

Nur mit Hilfe einer lebendigen Gemeinschaft aus Reitern und der Familie Blaul können in gemeinschaftlicher Vorbereitung das hofeigene Turnier, das traditionelle Neujahrsspringen oder der Tag der offenen Tür organisiert werden.

Der Erfolg 2000: Jugendmannschaftspfalzmeister, wurde 2001 wiederholt und mit dem Sieg als Mannschaftspfalzmeister gekrönt.

Äußerlichkeiten zählen nicht

stallportrait2Nach außen hin dominiert das alte, teilweise von Moos, Efeu und Gras bewachsene Gemäuer der Mühle. Die Ställe sind individuell in die alten Mühlengebäude eingepasst. Genau darin liegt der Reiz der Anlage. Der geübte Blick eines erfahrenen Reiters sieht, daß die Reitplätze und der Hallenboden bestens gepflegt und gewartet sind. Heu, Hafer, Gerste, Stroh und Rübenschnitzel baut Markus Blaul vor der eigenen Haustür an. Ein großer Vorteil, da bereits beim Anbau und der Ernte auf hohem landwirtschaftlichen Qualitätsniveau für den eigenen Verbrauch produziert wird. Individuelle Zufütterung übernehmen die Pferdebesitzer selbst.

Leben und leben lassen

Ohne den Banner „Alternativ“ vor sich herzutragen, funktioniert das ökologische System in der Pfalzmühle. Die Natur ist einfach nur in Ruhe gelassen worden. Stimmen, die meinen, „man könnte aus der Anlage mehr machen“, scheinen nicht zu sehen, wie wilder Hopfen und Efeu an den Koppelzäunen entlang ranken. An heißen Sonnentagen kann man eine Ringelnatter auf dem Asphalt liegen und sich sonnen sehen. Blindschleichen und Eidechsen sind keine Seltenheit. Wilde Brombeeren oder Holunderbeeren lassen sich in ein leckeres Gelee verwandeln.

Belebte Natur

stallportrait4Die Luft ist voller Schwälbchen und in der Reithalle hat sich eine Spatzenkolonie niedergelassen. Vielleicht ist das der Grund, warum der kleine Falke immer wieder in die Halle fliegt? Abends, wenn die Sonne am Haardtrand verschwunden ist und die Dunkelheit einbricht, sieht man Fledermäuse aktiv werden.

Wer im Herbst abends vom Training aus der Halle kommt und sein Pferd in den Stall bringt, dem kann eine halbwilde Katze oder auch manchmal eine Schleiereule aus dem Stall entgegenkommen. Es sind die natürlichen Schädlingsbekämpfer, die nach außen zeigen, daß das ökologische System im Stall funktioniert.

Im Winter ist es nachts so ruhig, daß man die Schneeflocken fallen hört. Und ab und zu schnaubt ein Pferd.

A. Returner

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