Keine Panik bei Pankreasinsuffizienz – Die richtige Fütterung brachte den Erfolg
Meinen ersten Kontakt mit dieser Krankheit hatte ich durch unsere belgische Schäferhündin Maja vor vierzehn Jahren. Vier Jahre lang unauffällig, bekam sie innerhalb weniger Wochen stets schlimmer werdende Durchfälle, mehrmals täglich mit offensichtlich bösen Schmerzen.
Sie lag kurz vor oder nach einem solchen Durchfall zum Ring zusammengekrümmt; in ihrem Bauch gluckerte und brodelte es.
Die richtige Fütterung brachte den Erfolg
Der Besuch beim Tierarzt brachte nichts. Die Blutuntersuchung ergab kein eindeutiges Ergebnis, Pulver und Tabletten brachten keine Reaktion. Lediglich die empfohlene Diät mit überkochtem Reis, Magerquark, Karotten und gekochtem Hühnerfleisch schien zu helfen, der abgesetzte Kot war zumindest hellbraun breiig und die Schmerzen schienen weg oder doch reduziert. Sobald die Diät abgesetzt wurde, veränderte sich der Kot wieder. Gelbbeige Pfützen mit schillernder Oberfläche, als wären sie mit einem Ölfilm überzogen; zum Schluß mit Blut beigemischt, waren die Regel. Der Geruch war nicht mehr zu ertragen, zumal die meisten dieser Durchfälle im Wohnzimmer landeten, weil die Hündin den schwallartig abgehenden Stuhl nicht halten konnte bis ins Freie.
Die Hündin war nun fast sechs Jahre alt, und trotz regelmäßiger Vorstellung beim Tierarzt und etlicher Therapieversuche ging es ihr nun so schlecht, dass wir sie einschläfern lassen wollten.
Eine neue Tierärztin brachte die Wende. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte von der Hündin. Sie bat mich, noch eine Woche abzuwarten und ihr Hundekot zu schicken, den sie auf einen bestimmten Verdacht hin von ihrem Labor untersuchen lassen wollte. Eine Woche später hatten wir das Ergebnis: Pankreasinsuffizienz! Die Bauchspeicheldrüse unserer Hündin produzierte zu wenig fett- und kohlehydrataufspaltende Verdauungsenzyme.
Kaum ein Tierarzt hatte damals von dieser Form der Krankheit gehört. Helfen konnten wir unserer Hündin nur mit der strengen Diät, die uns unser Tierarzt ganz am Anfang empfohlen hatte. Sie wurde dann allerdings immerhin elf Jahre alt und es ging ihr bis zum Schluß recht gut – außer an dem Tag, als sie eine Kirschtorte vom Tisch zog und diese zur Hälfte auffraß!

Bereits beim jungen Hund auf sorgfältige Ernährung wert legen
Pankreasinsuffizienz nun besser bekannt
Heute ist diese Art der Pankreasinsuffizienz, ausgelöst durch einen genetischen Defekt, bei den Tierärzten ziemlich bekannt, weil leider mehr und mehr verbreitet, vor allem bei Schäferhunden und Schäferhundmischlingen. Aber es können auch alle anderen Hunderassen betroffen sein. Die Pankreasinsuffizienz kann – wie bei meinem zweiten Schäferhund – bereits im Welpenalter, also von Geburt an, vorhanden sein oder sich erst im Lauf der ersten Lebensjahre ausbilden. Inzwischen hat man aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Ernährung gute Chancen, solchen Tieren eine ganz gute Lebensqualität zu verschaffen.
Hunde prinzipiell ausgewogen füttern
Dem Hund als Fleischfresser sollte man täglich seine Fleischportion anbieten. Hunde mit einer festgestellten Pankreasinsuffizienz erhalten bevorzugt Huhn, Lamm oder mageres Rindfleisch. Das Getreide – hier sind Reis und Mais am leichtesten verdaulich – soll in aufgeschlossener Form (z.B. als Puffgetreide) und nur in Maßen gefüttert werden. Gemüse wie Karotten, Broccoli und Rote Beete oder Sellerie verträgt der „Pankreas-Hund“ in der Regel besonders gut, Lauch darf nicht auf dem Speiseplan stehen.
Tierische Fette sollen vermieden, stattdessen hochwertige kaltgepresste pflanzliche Öle mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren gefüttert werden. Bei der Wahl eines Hundefutters sollte insbesondere auf die Versorgung des Hundes mit den nötigen Spurenelementen, vor allem organisch gebundenem Zink und Mangan, geachtet werden.
Cordula Becker










