Welpen und Junghunde – Optimal füttern

hund-welpen

Einfluss der Fütterung

Mit Spannung und Vorfreude erwartet der Hundebesitzer die große Stunde seiner Hündin. Wie viele werden es wohl werden? Dann sind die Kleinen endlich auf der Welt. In den ersten Tagen werden sie von der Mutter versorgt. Aber die Hundebesitzer, die zum ersten Mal „Großeltern“ werden, fragen sich nach zwei Wochen oft unsicher – und was jetzt ?

 

hund-rodesianJeder möchte seinen Welpen natürlich nur das Beste füttern. Der Griff in das Tierfutterregal im Supermarkt oder Zoofachgeschäft ist sicherlich die einfachste und für einen Laien erst einmal sicherste Lösung. Das gilt natürlich auch für die frischgebackenen Hundebesitzer, die zum ersten Mal einen Welpen mit einem Alter von acht bis zehn Wochen kaufen und nun natürlich nichts falsch machen möchten.

Welche Alternativen gibt es aber für Hundebesitzer, die „ihr Baby“ gerne in eigener Regie versorgen möchten?Der Grundstock für einen gesunden Welpen wird sicherlich durch die optimale Versorgung der Hündin gelegt. Deren Futterration sollte während der Trächtigkeit und Laktation gehaltvoll und hygienisch einwandfrei sein.

Die Hündin als Alleinversorger

hund-welpen3In den ersten drei Wochen übernimmt die Hündin die Versorgung der Welpen allein. Eine Zufütterung in Form von Welpenmilch oder Milchaustauschern ist nur dann notwendig, wenn die Hündin aus Krankheitsgründen oder wegen einer extremen Wurfgröße usw. die Welpen nicht oder nicht ausreichend versorgen kann.

In der vierten Woche kann man langsam mit der Zufütterung beginnen. Erst jetzt erwirbt der Welpe schrittweise durch das Anbieten die Fähigkeit, Kohlenhydrate und Eiweiß zu verdauen. Dagegen kann er Fette oder Milchzucker bereits kurz nach der Geburt relativ gut verwerten.

So kann die erste Mahlzeit ab der vierten Woche aussehen

Die erste Form des Fressens beim Welpen ist das Lecken. Um den Welpen auf den Geschmack zu bringen, kann man ihn leicht mit der Schnauze in das Futter stippen oder wenig Futter um das Schnäuzchen reiben, das er dann ableckt. Und bitte keine Zwangsmaßnahmen! Hat ein Welpe gelernt, wie es geht, folgen die anderen durch Beobachtung bald seinem Beispiel. Der Welpe trinkt dabei weiter bei seiner Mutter.

Die Futtermenge richtet sich nach dem Appetit des Welpen und sollte so bemessen werden, dass sie zügig aufgefressen werden kann. Bleibt etwas übrig, wird der Futterrest entsorgt und die nächste Portion etwas kleiner. Bei Verdauungsstörungen (veränderte Kotbeschaffenheit, Durchfällen, Erbrechen) muss die Futtermenge reduziert oder die Zufütterung für einen halben oder ganzen Tag ausgesetzt werden.

hund-welpen2
Spielende junge Schäferhunde. Alle Fotos dieses Artikels: Nikole Kumpf

Hochverdauliche Einzelkomponenten

Hochverdauliche, gut verträgliche und schmackhafte Einzelkomponenten werden mit etwas hochwertigem Pflanzenöl in einer flachen Schale fein zerkleinert (als flüssiger Brei) mit einer Temperatur von 35 – 37 oC angeboten. Wählen und kombinieren Sie anfangs zwischen Quark, Joghurt, Ei, feinen Haferflocken, geschältem Reis, Karotten. Mit Ausnahme des Quarks und Joghurts werden diese Futterkomponenten mit wenig Wasser gekocht.

hund-rodesian2Ab der fünften Woche kann man dann langsam weitere Futtermittel wie mageres Fleisch (Geflügel, Kalb, Lamm, Herz, Lunge), Haferflocken oder Weizenkleie, gekocht und zerkleinert, anbieten. Die Menge folgt dabei weiter dem Appetit des Welpen. So wird sein Verdauungssystem langsam und schonend an die feste Kost herangeführt, die der erwachsene Hund als Allesfresser später erhält. Erst wenn der Welpe diese Nahrung sichtbar gut verträgt (d.h. er wächst, er nimmt weiter zu und die Häufchen sind zunehmend fest und braun), wird er frühestens in der 6. Woche von der Mutter abgesetzt, d.h. er wird nun nicht mehr gesäugt. Nun können bereits auch andere Futterkomponenten wie Mais, Gerste, Hirse als Flocken oder ähnlich aufgeschlossen, Sellerie, Rote Beete sowie ein hochwertiges vitaminisiertes Mineralfutter langsam ansteigend gefüttert werden.

Im Menschenrudel

hund-welpen4Wird der Welpe dann von der Mutter getrennt und kommt in sein neues „Menschenrudel“, ist es für die Gesundheit des kleinen Hundes besonders wichtig, dass ihm neben dem Ortswechsel und dem Wechsel der Bezugsperson nicht auch noch ein Wechsel in der Nahrung zugemutet wird. Jeder verantwortungsvolle Züchter wird dem Welpen eine „Betriebsanleitung“ mit auf den Weg geben, so dass auch der frischgebackene Hundebesitzer eigentlich nicht viel falsch machen kann.

Ob die selbst zubereitete Mahlzeit oder ein hochwertiges Fertigfutter oder aber eine Kombination aus beidem bevorzugt wird, liegt letztendlich an den Erfahrungen, die jeder Hundezüchter oder Besitzer gemacht hat. Wichtig ist aber, dass eine Futterumstellung immer schrittweise erfolgt, das heißt, man „schleicht sich aus einem Futter heraus und in ein anderes hinein“ über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen. Das ist für den Stoffwechsel eines Hundes, auch des erwachsenen, am wenigsten belastend. Es macht auch wenig Sinn, dem jungen wie dem erwachsenen Hund ständig etwas anderes in den Fressnapf zu packen. Hat man einmal ein Futter gefunden, das er gut verträgt und das ihm sichtbar gut tut, sollte man dabei bleiben. Gegen die eine oder andere Geschmacksvariation ist ja auch nichts einzuwenden.

Keine Süßigkeiten

Und bitte, für Welpe und Junghund gilt: keine Süßigkeiten! Auch für den erwachsenen Hund sollten Kekse oder Schokoriegel die absolute Ausnahme bleiben, auch wenn er noch so lieb schaut und die Kinder oder die Oma dahin schmelzen ...

Cordula Becker