Bor - Spurenelement für Knochen und Knorpel
Linus Pauling war Chemiker, Molekularbiologe, Mediziner, zweifacher Nobelpreisträger und engagierter Pazifist. Er prägte den Begriff der „orthomolekularen Medizin" bereits vor 22 Jahren. Seiner Theorie nach sind Krankheiten direkt ernährungsabhängig. Nährstoffmängel führten zu Erkrankungen, deren Heilung durch schulmedizinische Verfahren keinen Sinn machten.
Nun, man kennt über 80 unterschiedliche Nährstoffe, die für die Gesunderhaltung eine kleine, mittelgroße oder sogar extrem große Rolle spielen.
In der derzeitigen offiziellen Fütterungspraxis bzw. Ernährungspraxis werden im allgemeinen nur die Nährstoffe berücksichtigt, von denen bekannt ist, dass ein Mangel zu massiven gesundheitlichen Störungen führt. Die daraus ermittelten Bedarfszahlen sind Schätz- oder Richtwerte, da der Bedarf situationsabhängig und daher nicht zuverlässig bestimmbar ist. Neben der Einteilung der Mineralstoffe in Mengenelemente (Calcium, Phosphor, Magnesium etc.) und Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen, Mangan etc.) finden wir auch relativ seltene, fremde, sogenannte Ultraspurenelemente (z.B. Vanadium, Germanium, Wismut). Von letzteren sind offiziell weder Bedarfswerte noch Zufuhrempfehlungen bekannt. Die Mangelerscheinungen sind nicht wirklich erforscht. Daher gelten die Ultraspurenelemente nicht als essentiell, d.h. lebensnotwendig. Das heißt aber nicht, dass zukünftige Forschungen diese Aussage nicht widerlegen könnten. Ebenso schließt der fast legendäre Weihenstephaner Prof. Dr. Dr. Kirchgeßner diese Lebensnotwendigkeit nicht aus.
Schätzwerte bringen zum Ausdruck, dass der genaue Bedarf noch nicht genau erfaßt werden konnte. Richtwerte dienen als Orientierungshilfen, die aus ernährungsphysiologischer und gesundheitspolitischer Sicht geboten erscheinen.
Aufgeschlossen sollte man davon ausgehen, dass sämtliche Spurenelemente - und dazu gehören auch die Ultraspurenelemente - für ein gesundes, glückliches Leben, Leistungsbereitschaft und allgemeines Wohlbefinden notwendig sind. Wer anderer Meinung ist, muss sich der Frage stellen, ob Ernährung nur zur Lebenserhaltung notwendig ist, also einfach nur „satt“ machen soll (Stand der Ernährungswissenschaften in den 70er Jahren) oder aber eine gewisse Lebensqualität absichern sollen. Lebensqualität im Sinne gesunder Ernährung wird bestimmt durch einen gesunden Stoffwechsel, optimale Entgiftung, Fruchtbarkeit, Wachstum, körperliche Entwicklung, Wohlbefinden und Leistungsbereitschaft.

Das Spurenelement Bor
Wer durch die Weinanbaugebiete Ungarns fährt, stellt fest, dass unterwegs Schilder mit der Aufschrift "Bor" den Straßenrand säumen: Hier gibt es Wein direkt vom Erzeuger. Ob das Wort Bor aus dem Türkischen stammt oder tatsächlich mit dem Spurenelement Bor zusammenhängt, konnten wir noch nicht ermitteln. Fakt ist, dass guter Wein nur auf Böden wächst, die sehr gut mit dem nichtmetallischen essentiellen Ultraspurenelement Bor ausgestattet sind. Weinwissenschaftlern zu folge steigt der Borgehalt des Weins mit seiner Qualität. Wein, Traubensaft, Traubentrester und Traubenkerne gelten als sehr reich an Bor. Bereits im Altertum brachten Händler aus Tibet Bor mit nach Europa.
Funktionen im Körper
Bor konzentriert sich hauptsächlich in den Knochen, ist aber auch in Milz und Schilddrüse zu finden. Bor soll Östrogen und Testosteron, die Geschlechtshormone, vor einem zu frühen Abbau schützen. Daher steht es durch Erhaltung des Östrogengehaltes eventuell im Zusammenhang mit dem Calciumstoffwechsel und ist offenbar für Aufbau, Erhalt und Festigung der Knochen- und Knorpelsubstanz unentbehrlich. In den U.S.A. wird Bor bereits als begleitende Therapie bei Osteoporose eingesetzt.
Mangelsymptome
Zusammen mit Vitamin C und Bioflavonoiden soll Bor den Abbau der Hyaluronsäure (Kittsubstanz im Knorpel) hemmen. Daher könnte Bor auch Einsatzmöglichkeiten in der Rheumatherapie finden, bzw. ein Mangel zu Gelenkserkrankungen führen. In Ländern, deren Böden borarm sind, beispielsweise Jamaika und Mauritius, kommt die Arthritis (Gelenksentzündung) beim Menschen häufiger vor. Tatsächlich wird dort mit der Ernährung nur die Hälfte üblicher Bormengen aufgenommen. Obwohl nicht viel Literatur zur Verfügung steht, nimmt man an, dass ein Mangel an Bor zu Hautallergien, Ekzemen und zu Akne führen kann. Beim Menschen wird eine hohe Boraufnahme in Verbindung mit einem geringeren Risiko für Prostatakrebs in Verbindung gebracht. Auch wird von Reizbarkeit, Nervosität und Immunschwächen gesprochen, wenn Bor fehlt.
Bor in Futtermitteln
Wie bereits oben erwähnt, sind vor allem Traubentrester (30 mg/ kg) reich an Bor, aber auch Apfeltrester, Sojabohnen (28 mg/ kg), Rote Rüben und Erbsen sind wertvolle Borlieferanten. Beim Menschen gelten Pflaumen (2,7 mg/ 100g), Nüsse (2mg/ 100g) , Rosinen, Datteln, Austern (100mg/ 100g) sowie roter Wein (0,85mg/ 100ml) als die besten Nahrungsquellen für Bor.
Als durchschnittlicher Tagesbedarf beim Pferd werden etwa 20 bis 30 mg diskutiert. Beim Menschen spricht man von einer täglichen Aufnahme von 1 bis 7 mg pro Tag.
Überschüsse
Eine zu hohe Zufuhr an Bor kann giftig wirken. Enzymaktivitäten können gehemmt und einige andere Störungen ausgelöst werden. Dazu gehören beispielsweise Erbrechen, Durchfälle, Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit und Nierenschäden.
Fazit
Die durchaus große Bedeutung des Spurenelementes Bor wird klar. Bereits bei der Aufnahme geringer Mengen kann das Ernährungsniveau gehoben werden. Allerdings können therapeutische Dosen nur dann angewandt werden, wenn mit ihnen eine Unbedenklichkeit gesichert ist und tatsächlich Bormangelzustände zugeordnet werden könnten.
A. Returner










