Der Hund in der Hütte

05Hund1Hunde heute richtig halten – aber wie?

Jeder Hundehalter tut sein bestes, um der allgemeinen Forderung nach einer artgerechten Hundehaltung möglichst gerecht zu werden. Der Begriff der „artgerechten“ Hundehaltung stützt sich auf diverse Gesetze, Verordnungen und Empfehlungen von Spezialisten (Tierschutzgesetz, diverse Hundehaltungsverordnungen, Fachbücher etc.).

Rassenvielfalt

logostuteDer Hund als eigenständige Tierart umfasst eine große Vielfalt an verschiedenen Rassen. Zwergrassen wie zum Beispiel Chihuahuas, deren ausgewachsene Vertreter manchmal ein Körpergewicht von nur 700-1000 Gramm aufweisen, gehören genauso dazu wie die „Großen“, die oft über 80 kg Körpergewicht auf die Waage bringen. Rassehunde werden in der Fachliteratur nach Ihrer Größe (Zwergrassen, mittelgroße Rassen und große Hunderassen) oder nach Ihrem ursprünglichen Verwendungszweck (Gebrauchshunde, Jagdhunde, Windhunde u.a.) oder anderen Kriterien eingeteilt. Keine Einteilung berücksichtigt die zahlenmäßig größte Gruppe, die Mischlingshunde.

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Der Hund als Individuum

Jeder einzelne Hund ist ein Individuum und kann nicht in ein Schema gepresst werden. Selbst in einem einzigen Welpenwurf gibt es bei reinrassigen Hunden wie bei Mischlingen die unterschiedlichsten Charaktere, die man erst entdeckt, wenn man die Welpen einige Zeit beobachtet. Von frech über vorwitzig, neugierig, scheu bis ängstlich ist dabei alles vertreten.
Jeder, der sich einen Hund kaufen will, kann und sollte sich vor dem Erwerb nach den speziellen Bedürfnissen seines Wunschhundes erkundigen. Er sollte sich dabei nicht scheuen, mit Züchtern oder anderen Hundehaltern Kontakt aufzunehmen. Auch gute Fachbücher, die über die Eigenheiten oder Anforderungen einzelner Hunderassen aufklären, sind zu empfehlen. Fehlkäufe und unerfüllte Erwartungen könnten so vielleicht vermieden werden.

Der Hund im Rudel

05Hund4Der Hund stammt vom Wolf, einem typischen Rudeltier ab. Er sucht die Nähe von Artgenossen oder schließt sich ersatzweise einem „Menschenrudel“ an. Isolierte Einzelhaltung kann auf Dauer zu physischen und psychischen Störungen führen und ist konsequent abzulehnen.
Der Hund muss seinen Platz im Rudel „Mensch und Familie“ finden. Räumliche Nähe zum neuen Rudel muss sein. Das bedeutet nicht, dass der Hund 24 Stunden am Tag beaufsichtigt werden muss. Ein Hund kann auch eine gewisse Zeitdauer alleine sein, wenn er sich langfristig daran gewöhnen kann, dass der Mensch zwar weggeht, aber doch immer wieder zurückkehrt. Das kann geübt werden, erst einige Minuten, dann immer ein bisschen länger ... Viele Hunde die sich, allein gelassen, zur Dauersirene entwickeln, haben das Alleinsein nicht lernen können.

Der Hund im Bett

Die räumliche Nähe zum Hund sollte nicht bedeuten, ihn im Bett schlafen zu lassen. Neben hygienischen Bedenken kann es gerade bei größeren Hunden ernsthafte Probleme mit der Rangordnung geben, da dem Rudelführer der beste Schlafplatz zusteht. Und wenn da ein Mensch und ein Hund sich den besten Schlafplatz teilen, sind Diskussionen nicht auszuschließen. Ein eigenes Bett in der Nähe des Besitzers tut’s auch!

Der Hund in der Wohnung

05Hund5Die Faustregel kleine Wohnung - kleiner Hund, große Wohnung - großer Hund ist nicht richtig. Es kommt vielmehr auf den Bewegungsdrang des Hundes und auf die Zeit des Hundebesitzers an, die er mit seinem Hund verbringen kann. Der wichtigste Entscheidungsgrund sollte immer sein, welcher Hund passt zu mir – oder zu welchem Hund passe ich!

Der Hund im Urlaub

Grundsätzlich sollte man diese Frage geklärt haben, bevor ein Hund ins Haus kommt. Lässt man den Hund zu Hause, bei netten Verwandten oder Bekannten oder gibt es eine ordentlich geführte Hundepension in der Nähe? Kann, darf oder muss der Hund mit auf die Urlaubsreise? Oftmals ist es besser, den Hund nicht mit auf eine weite Reise zu nehmen, da er durch die lange Autofahrt oder die Strapazen beim Fliegen (ab 7 kg im Gepäckraum) stark belastet wird. Zudem gibt es vor allem in südlichen Urlaubsländern (Mittelmeerraum, Afrika u.a.) Krankheiten, die in Deutschland nicht bekannt sind und gegen die man den Hund nur unzureichend schützen kann. Damit der Urlaub für alle Erholung bedeutet, sollte die alljährliche Planung frühzeitig beginnen.

Der Hund braucht Bewegung

Jedem Hund sollte, je nach individuellem Bedürfnis, zwei- bis dreimal täglich die Möglichkeit zur ausreichenden Bewegung an der frischen Luft verschafft werden: Spaziergänge, Joggen/Walking, Radfahren (unter Berücksichtigung der Unfallgefahr und Bodenbeschaffenheit, die Länge der Tour), Schwimmen, Spielen u.a. Die Jahreszeit, die klimatischen Verhältnisse (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ozongehalt) und die konditionelle Verfassung des Hundes und des Besitzers sollten bei der Wahl eine große Rolle spielen.

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Hunde mit langem Fell brauchen besonders viel Pflege

Die Fütterung des Hundes

Trinkwasser sollte immer ad libitum (zur freien Verfügung) regelmäßig frisch angeboten werden. Milch und andere Getränke sind abzulehnen.

Welpen können mit kommerziellem Welpenfutter, das auf die Größe bzw. die Rasse des Hundes abgestimmt ist, aufgezogen werden. Der Hersteller gibt ausführliche Fütterungshinweise, welche Futtermenge in welcher Form (trocken, eingeweicht) angeboten werden sollte. Die Welpenernährung beginnt gewöhnlich mit vier Mahlzeiten. Selbst zubereitete Nahrung hat den Vorteil, frisch und ohne Konservierungsstoffe zu sein, jedoch den Nachteil, dass Vitamine und Spurenelemente nicht immer in gleicher und ausreichender Menge enthalten sein könnten.

Beim erwachsenen Hund, der zweimal täglich gefüttert wird, kann die eigene Zubereitung von Futter mit Fleisch/Fisch, Reis, Teigwaren und diversen Gemüsesorten vorteilhaft sein, wenn man auf die Verwendung von Kochsalz und Gewürzen verzichtet. Aus diesem Grund sollten auch keine Nahrungsreste verfüttert werden. Magen-Darm-Erkrankungen und Allergien können die Folge sein. Wer keine Zeit zur eigenen Zubereitung hat, dem bietet der Markt Fertigfutter. Trockenfutter ist in der Regel günstiger als Dosen- bzw. Nassfutter und hat den Vorteil, dass es bei warmen Temperaturen nicht so schnell verdirbt. Außerdem muss der Hund beim Essen kräftig kauen. Das hemmt die Bildung von Zahnbelag und Zahnstein und damit die Entstehung von Karies.

Abwechslung im Napf

05Hund6Ein Hund will nicht sein Leben lang ein- und dasselbe Futter fressen. Auch er braucht ab und zu Abwechslung im Napf. Deshalb bieten einige Hersteller Hundenahrung in verschiedenen Geschmacksrichtungen an, unter denen man regelmäßig wechseln kann. Ein Hund mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber oder Bauchspeicheldrüse sollte aber bei dem Futter bleiben, das ihm am besten tut. Kommt ein Hund in die Jahre, kann man, wenn der Bewegungsdrang nachlässt und die Taille sichtbar breiter wird, auf ein vitalstoff- und spurenelementreiches Seniorfutter mit weniger Energie umstellen.

Das Futter sollte schmecken und er sollte nicht mit Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfall, abnorme Blähungen), Allergien oder anderen Erkrankungen darauf reagieren. Ein abrupter Futterwechsel kann zu Darmstörungen führen. Will man auf ein anderes Futter umsteigen, sollte man über mehrere Tage das alte Futter langsam absetzen und das neue gleichzeitig anfüttern.

Die Pflege des Hundes

Ein Hund sollte, entsprechend der Beschaffenheit seines Haarkleides, regelmäßig gebürstet werden. Bäder sind nur mit rückfettenden Shampoos zu empfehlen. Es ist ausreichend, einen Hund zwei bis dreimal im Jahr zu baden. Es sei denn, das Bad im Schlammloch macht eine weitere Reinigungsaktion notwendig.

Regelmäßig sollten das Fell, die Ohren, die Pfoten und die Krallen, die Zähne und Augen auf Auffälligkeiten untersucht werden. Jeder Hundehalter sollte sein Tier genau kennen und Abweichungen von der Regel feststellen können. Verhält er sich normal? Trinkt und frisst er wie immer oder ist eines der beiden Bedürfnisse plötzlich abnorm gesteigert oder vermindert? Ist der Kot fest und braun oder weich, wässrig, hell, extrem dunkel? Ist der Urin hell, dunkel, zuviel oder zu wenig? Will sich der Hund plötzlich weniger als normal bewegen, lahmt er. Liegt er in unnormaler Stellung? Kratzt er sich wie irre? Bei Auffälligkeiten empfiehlt es sich, den Hund beim Haustierarzt vorzustellen. Der Hund hat im Vergleich zum Menschen ein deutlich reduziertes Schmerzempfinden, so dass er krank sein kann, ohne uns dies mit Jaulen und Berührungsverweigerungen gleich mitzuteilen. Eine genaue Beschreibung der Symptome mit Beginn und Dauer sind zur Diagnosefindung sehr hilfreich.

Jährlicher Gesundheitscheck

Der jährliche Besuch beim Tierarzt zur Schutzimpfung sollte mit einem Gesundheitscheck verbunden sein, den der Tierarzt vor den Impfungen durchführt. Dabei kann oftmals frühzeitig ein gesundheitliches Problem entdeckt und angesprochen sowie über sinnvolle prophylaktische Entwurmungsmaßnahmen und Ektoparasitenbehandlungen o.ä. aufgeklärt werden.

Geht es dem Hund gut, freut sich sein Frauchen und Herrchen, weil es auch für sie Bestätigung ist, dass sie ihr Tier richtig versorgt haben.

Markus Vogelbacher