Die Haut und ihre Aufgaben
Die Haut dient dem Schutz des Körpers gegen Stöße, Krankheitserreger, Parasiten und Umweltgifte. Sie atmet, reguliert zusammen mit dem Fell den Temperaturhaushalt und ist Tast-, Schmerz- und Wärmesinn zugleich. Aufgebaut ist sie aus drei Schichten: Tiefste Schicht ist die Unterhaut, die vor allem aus Fettzellen besteht, durchzogen von Bindegewebssträngen, Lymph-, Blutgefäßen sowie Nerven.
Darüber folgt die Lederhaut aus festem Bindegewebe mit kollagenen und elastischen Fasern. In ihr liegen Blut- und Lymphgefäße, Nervenenden, Tastkörperchen, die Schweiß- und Talgdrüsen sowie die Haarwurzeln. Die Oberhaut ist mit der Lederhaut verzahnt und schützt durch verhornte Zellen nach außen. Die Hautgesundheit wird von genetischer Veranlagung, hormonellem Status, psychischer Befindlichkeit, Stressfaktoren und natürlich der Ernährung bestimmt. Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung des Pferdes ohne einseitige Überlastungen mit Eiweiß, Stärke oder ungeeigneten Fetten ist Bedingung für die Hautgesundheit. Die Rohfaserversorgung ist obligat und erfolgt nach Möglichkeit mit hochwertigem Heu und Stroh.
Vitamin A und Zink
Vitamin A gilt als das Hautvitamin schlechthin. Es wird vom Pferd auf natürlichem Wege als ß-Carotin aufgenommen und im Dünndarm zu Vitamin A umgewandelt. ß-Carotin ist in Karotten, allen frischen grünen Pflanzen, Grünmehl und Keimlingen vorhanden. Bei Weidepferden ist der Bedarf meist ausreichend gedeckt.
Da der Vitamin A –Stoffwechsel jedoch vom Vorhandensein des Spurenelements Zink hängig ist, nützt im Falle eines Zinkmangels die Vitamin A-Zufuhr wenig. Die Versorgung eines Pferdes im Zinkmangel ist gar nicht so einfach, da wir in keiner Komponente der natürlichen Pferdeernährung höhere Zinkkonzentrationen (z.B. so wie ß-Carotin in Karotten) finden. Der Ausgleich von Mangelsituationen dauert selbst mit organischen, hochverwertbaren Zinkproteinaten in schweren Fällen mehrere Jahre. Der Vorteil von Zinkchelaten oder –proteinaten ist, dass diese Verbindungen nicht „dissoziieren“, das heißt, dass das Partneratom Zink im Darm nicht mit Fettsäuren, Phytaten oder anderen Stoffen Verbindungen eingehen kann, weil es mit Aminosäuren oder Proteinen fest verbunden ist und erst im Stoffwechsel getrennt und dann effizient eingebunden werden kann.
Der Juckreiz, das damit verbundene Kratzen und damit entstehende Hautreizungen strapazieren die Haut des Ekzemers aufs Höchste. Zinkgaben haben sich in diesen Fällen äußerst gut bewährt. In Akutsituationen ist die Verabreichung des dreifache Tagesbedarfs (Tagesbedarf ca. 100 mg pro 100 kg KG laut U.S.-Bedarfswerten) kein Problem.

Vitamin E und Selen
Vitamin E und das Spurenelement Selen dienen u.a. dem Zellschutz, dem Immunsystem sowie der Durchblutung und Regenerierung der Haut. Selen hat außerdem einen Bezug zur Leber und zum Herzen und ist damit maßgeblich an Entgiftungs- und Durchblutungsprozessen im Körper beteiligt. Selen finden wir vorwiegend in Leinsamen; Vitamin E in Weizen- und Maiskeimen. Über eine zureichende Selenversorgung im Blut gibt uns ein entsprechendes Blutbild zuverlässig Auskunft. Die Selensubstitution erfolgt über den Tierarzt.
Vitamin B, Cobalt und Magnesium
Die B-Vitamine sind bekannt für ihren Einfluss auf die Haut und das Nervensystem. Die Haut ist ein sensibles, mit unzähligen Nervenzellen durchzogenes Organ. Pferde mit einem gesunden Darm können die B-Vitamine selbst synthetisieren, jedoch finden wir gerade beim Ekzemer oft Begleiterscheinungen wie Durchfall oder Kotwasser, die auf eine gestörte Darmsituation hinweisen und somit die zureichende Eigensynthese gefährden. Ebenso sollte die Cobaltversorgung gewährleistet sein, damit das wichtige Vitamin B12 im Darm des Pferdes gebildet werden kann. Der ständige Juckreiz stellt für das Ekzempferd eine enorme psychische Belastung dar. Als Auslösung des Ekzems wird unter anderem auch ein sensibles Nervenkostüm in Betracht gezogen, so dass ein Vitamin B- Mangel nicht ausgeschlossen ist, bzw. eine Substitution Sinn macht. Natürliche Quellen für B-Vitamine sind Hefen, Weizenkleie und Grünfutter. Der Stress, den Ekzemer erleiden, kann auch zu Mangelsituationen im Bereich von Magnesium führen. Der Magnesiummangel führt u.a. zu verminderter Hautdurchblutung, die der Wundheilung abträglich ist.
Vitamin C, Kupfer und Mangan
Das wasserlösliche Vitamin C wird vom Pferd selbst synthetisiert, hat aber einen bedeutenden Einfluss auf die Wundheilung und das Immunsystem. Ein Mangel kann in Extremsituationen nicht ausgeschlossen werden. Das Spurenelement Kupfer spielt eine große Rolle bei der Bildung von kollagenem Bindegewebe und Elastan, das für die Hautregeneration unentbehrlich ist. Grundfutter von sandigen Böden enthält zu wenig Kupfer. Kupferreich sind z.B. Kleien, Melasse und Zuckerrübenschnitzel, Hefe und Malzkeime. Mangan ist an vielen Entsäuerungs- und damit Entgiftungsprozessen im Körper beteiligt. Kupfer, Mangan und Vitamin C sind in den Histamin-Abbau involviert. Histamin ist für das in Erscheinung treten von Allergien verantwortlich und damit indirekt mitverantwortliche Komponente im Teufelskreis des Sommerekzems.
Antioxidantien
ß-Carotin, die Vitamine E und C, sowie die Spurenelemente Selen, Mangan, Kupfer und Zink - als Bestandteile antioxidativ wirkender Enzyme - spielen im Rahmen der Hautgesundheit eine übergeordnete Rolle. Als besonders starke Radikalfänger gelten ebenso Oligomere Proanthocyane, sogenannte OPC´s (z.B. aus Traubenkernen), die zur Gruppe der Flavonoide und damit zu den Sekundären Pflanzenstoffen gehören. Freie Radikale, entstanden durch Stress, Strahlung, Gifte oder schlechte Verdauung, schädigen die Haut und mindern ihre Barrierefunktion zur Umwelt.
Essentielle Fettsäuren (früher Vitamin F)
Die essentiellen Fettsäuren Linol- und Linolensäure gehören zu den wichtigen Aufbaustoffen für die Haut. Neben der Funktion als Baustoff für eine intakte Zellmembran wird die Gamma-Linolensäure unter Anwesenheit von Zink in ein entzündungshemmendes Prostaglandin umgewandelt, das gerade im Allergiegeschehen und beim Ekzemer notwendig ist. Die wertvolle Gamma-Linolensäure finden wir in Hanfnüssen, Borretschsamen, Schwarzkümmel und Traubenkernen. Aber auch Leinsamen, Mais- und Weizenkeime sowie deren kaltgepresste Öle sind mit ihren essentiellen Fettsäuren wichtig für die Hautgesundheit.
Wasser
Leider kann man kein Pferd zum Trinken zwingen. Man kann aber gerne auch einen Eimer Wasser zwischendurch anbieten, um das Pferd zum Trinken zu animieren. Bei Ekzemern ist das Trinken besonders wichtig. Bei diesen Pferden sollte ein besonderes Augenmerk auf die Nieren- und Leberwerte im Blut gelegt werden. Nach der chinesischen Medizin führt eine schwache Nierenfunktion zur vermehrten Ausscheidung von Schadstoffen über die Haut. Die Haut riecht unangenehm, neigt zu Pusteln, Quaddeln und Ödemen. Möglicherweise können homöopathische Nierenmittel, Akupunktur und andere Naturheilmethoden unterstützend wirken.
A. Returner










