Vom Kampfross zum Turnierpferd
Cob ist englisch und steht für ein kurzbeiniges, kräftiges, zum Ziehen von Fahrzeugen geeignetes Pferd. Der heute beschriebene Welsh Cob kann auf eine 800 Jahre alte Vergangenheit zurückblicken und avancierte vom früheren Truppenbegleitpferd zu einem der beliebtesten Turnierponies nicht nur für junge Reiter.
Entwicklung einer Rasse
Der Welsh Cob gilt aufgrund seiner Größe als Warmblut und ist der kräftigere, größere Nachfahre des Welsh Mountain Ponies, das seit mehr als einem Jahrtausend in den Waliser Bergen im Nordwesten Großbritanniens lebt und sich wahrscheinlich aus dem keltischen Pony entwickelt hat. Aus der Kreuzung römischer Pferde mit Welsh Mountain Ponies und deren Veredelung im 11. und 12. Jahrhundert durch Spanische Pferde entwickelten sich die so genannten Powys Cobs, die in der Armee sehr beliebt waren, trugen sie doch einen komplett ausgerüsteten Ritter in die Schlacht.
Unklarheit herrscht über den endgültigen Einfluss des Powy Cobs auf den Welsh Cob. Sicher ist, dass arabisches Blut aus von Kreuzzügen mitgebrachten Hengsten eingemischt wurde. Das ist heute noch immer ein wesentliches Merkmal des Welsh Cob.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Kreuzungen mit den heute sehr seltenen Norfolk Roadstern (Traber) und Yorkshire Coach Horses (Wagenpferde) vorgenommen, die einen starken Einfluss auf den Bewegungsapparat des heutigen Welsh Cob hatten.

Kämpfernatur gepaart mit Feinfühligkeit
Als Lieblingspferde der mittelalterlichen Ritter fanden Welsh Cobs schon früh Bewunderer. In kriegerischen Zeiten wurden sie als Zugpferd für Geschütze und als Truppenpferd in der berittenen Infanterie eingesetzt. Die Eroberung des Britischen Thrones im Jahre 1485 durch Henry Tudor wäre ohne sie nicht gelungen, ebenso war ihr erfolgreicher militärischer Einsatz im Unabhängigkeitskrieg Amerikas nicht zu unterschätzen. Im ersten Weltkrieg kämpften sie sowohl auf britischer als auch auf deutscher Seite.
Bis 1960 wurden sie in friedlichen Zeiten in England für Milch- und Brottransporte sowie für andere Fuhrdienste eingesetzt. Als gewöhnliches Arbeitstier der Bauern, aber auch als Jagdpferd, Rennpferd oder Familienpony war der Cob beliebt. Nicht zu vergessen seine Rolle als Prestigeobjekt und Familienstolz.
Langlebig und hart
Cobs haben eine lange Lebenserwartung. 30 Jahre und älter sind aufgrund ihrer Stärke und Unempfindlichkeit keine Seltenheit. Anspruchslosigkeit in Haltung und Umgang und die gutwillige Leistungsbereitschaft tragen einen großen Teil dazu bei. Selbst in einer Zeit, in der es noch keine modernen Medikamente, Wurmkuren oder chirurgische Medizin gab, galten die Welsh Cob als langlebig und dies, obwohl sie für ihren Lebensunterhalt sehr hart arbeiten mussten.
Kraft und Anmut

Der Welsh Cob – ein Allrounder
Unverzichtbar für einen Welsh Cob in der Zucht ist ein klarer Geschlechtstyp. Dabei wünscht man sich beim Hengst einen souveränen Ausdruck, bei der Stute bereits vor ihrem Zuchteinsatz eine mütterliche Ausstrahlung. Die Bewegungen sollten raumgreifend und elastisch, frei aus der Schulter mit entsprechender Aktion sein. Ein energischer Antritt und Schub aus der Hinterhand bringt einen hervorragenden Trab mit hoher Knieaktion hervor, weshalb sich der Welsh Cob wiederum wunderbar für Schauen eignet.
Erstrebt wird ein klarer Rassetyp, der den Betrachter sofort erkennen lässt: „das ist ein Cob“.
Zuchtziel ist ein gut angesetzter und gewölbter Hals sowie leichtes Genick. Der Körper sollte stark bemuskelt und mit deutlich geschwungenem Rücken, melonenförmiger Kruppe und guter Behosung versehen sein. Außerdem ist eine breite Brust, eine schräge lange Schulter und große Rippenwölbung Vorraussetzung für die aufgerichtete Haltung, die durch den gut angesetzten, schön getragenen Schweif noch betont wird. Das einfarbige Pferd hat einen edlen und ausdrucksvollen Kopf mit Ponycharakter. Typische Merkmale sind eine breite Stirn, feine, gut angesetzte Ohren, ein großes lebhaftes Auge, weite Nüstern sowie Ganaschenfreiheit. Die Ramsnase ist unerwünscht.
Das Stockmaß der Cobs bewegt sich zwischen 137 cm und maximal 158 cm. Trockene, kurze, ovale Röhren und markante Gelenke mit mittellanger Fesselung sind gewünscht. Wegen seines ruhigen und meist umgänglichen Charakters mit tadellosen Manieren wird der Welsh Cob als „Gentlemen` s Gentleman“ bezeichnet. In Irland kreuzt man ihn auch gerne mit dem Irish Draught, weil der Cob hier seine Stärke, korrekte Gliedmaßen und Hufe sowie seinen guten Charakter einbringt.
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Der Welsh Cob eigenete sich schon immer hervorragenmd im Gespann
Der größte unter den Vieren
Die Welsh-Familie ist in vier Sektionen eingeteilt, von denen das Welsh Mountain Pony das ursprünglichste und kleinste ist. Es hat ein maximales Stockmaß von 122 cm und gehört der Sektion A an. Zu Sektion B, den Welsh Ponys, zählt man alle Ponys, deren Stockmaß sich zwischen 122 cm und 137 cm bewegt. Im Cob stehende Welsh Ponys, d.h. Ponys die Cob Charakter haben und bis 137 cm groß sind, gehören zur Sektion C. Die Sektion D ist die Sektion unserer Welsh Cobs die im Rahmen von 142 cm bis 158 cm ihre Größe zeigen.
Im Wesentlichen sind sie sich alle sehr ähnlich, vor allem bestechen die Pferde aus Wales durch ihre edle Erscheinung und mit tollen Bewegungen.
Minimalistische Sportskanone
Der vielseitige und mutige Cob ist ein ansprechender Pferdetyp. Er gilt immer noch als ein Allround - Pferd und geht unter dem Sattel wie mit dem Geschirr sowohl als vielseitiges Familien - Freizeitpferd als auch als Sportpferd in den verschiedensten Sparten. Zudem hat er bemerkenswerte Hunterqualitäten. Die Erfolge können sich durchaus sehen lassen. So belegte Boyd Exell mit seinen Welsh Cobs beim Indoor Worldcup 2003/2004 der Vierspänner den 2. Platz hinter Michael Freund. Als Publikumsmagnet zeigen sie ihr Showtalent und ihre gewaltigen Gänge regelmäßig auf Welsh-Schauen, beispielsweise der Royal Welsh Show und sind ebenso auf Veranstaltungen wie der Equitana vertreten. Welsh Verbände sind inzwischen überall auf der Welt entstanden und dementsprechend organisieren die Liebhaber eine Veranstaltung nach der anderen.
Aufgrund seiner Herkunft ist er sehr robust, hart und wirtschaftlich im Unterhalt. Seine Kraftfutterrationen sollte man aufgrund seiner guten Futterverwertung so gering wie möglich halten. Der Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen darf nicht vernachlässigt werden. Wenn das Futter ausgewogen und mineralstoffreich ist, ist die Voraussetzung für ein intaktes Immunsystem und gesunde Haut und Hufe sowie eine problemlose Verdauung gegeben.
Ariane Wehrmaker










