Gartensalbei

04Introsalvia officinalis

Hmm … Saltimbocca, das zarte italienische Kalbschnitzel mit Salbei und Parmaschinken oder aaah … köstliche Pasta in zerschmolzener Salbeibutter und da … Lammfilet mit Salbei mariniert.

Salbei begegnet uns vor allem in der mediterranen Küche und sorgt stets dafür, dass die Speisen bekömmlicher werden und der Appetit gefördert wird. Diese Gewürzpflanze hat es in sich, denn der Salbei vereinigt viele Eigenschaften aus anderen Pflanzen, wie z.b. Rosmarin, Eukalyptus, Goldrute oder Wermut in sich. Sein Name rührt von lat. „salvare“ (= heilen) her, was seine außerordentliche Heilkraft ausdrückt.

Standort

04Salbei4Man findet diesen 50 - 100 cm hohen Halbstrauch in warmen Regionen, wo er auf kalkreichen, wasserdurchlässigen Böden gedeiht. Vom Salbei, der zu den Lippenblütlern gehört, gibt es über 500 Arten, aber nur der Salvia officinalis verfügt über besondere gesundheitsfördernde Eigenschaften. Seine Wirk- und Duftsubstanzen trägt er in den samtigen, grünlich-grauen Blättern, die in länglicher Eiform am vierkantigen Stiel angebracht sind. In den Anbaugebieten im Mittelmeerraum erstrahlen die lila-blauen Blütenmeere von Juni bis Juli. Für die Verwendung als Heilkraut erntet man die grünen Samtblätter allerdings vor der Blüte, am besten an einem sehr sonnigen Tag im Mai. Die Aromen gehen übrigens beim Trocknen kaum verloren.

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Vitalstoffreich

04Salbei2Im Salbei finden sich verschiedene Bitterstoffe z.b. Diterpene wie Salvin, Carnosol oder Monoterpene u.a. Campher, Cineol oder Borneol. Auch Gerbstoffe, wie die antioxidativ-wirksame Rosmarinsäure und andere Sekundäre Pflanzenstoffe, aus der Gruppe der Flavonoide und der ätherischen Öle, sind enthalten.

Der Gehalt an ätherischen Ölen beträgt 1 - 2,5 %. Diese Öle sind auch antibiotisch wirksam, wie man es von Teebaumöl kennt. Salbei ist besonders reich an Eisen (ca. 700 mg/kg) und Zink (ca. 145 mg/kg). Gegenüber anderen Küchenkräutern hat er davon am meisten. Da das dem Immunsystem so zugute kommt ist Salbei häufig in Husten- und Halsbonbons enthalten.

Ein „Wahnsinnsspektrum“

So vielfältig wie seine Wirksubstanzen sind auch seine Eigenschaften und Anwendungsgebiete. Die antibiotischen Eigenschaften rühren von den ätherischen Ölen, Flavonoiden, den Bitterstoffen Carnosol und Salvin. Salvin -der typische „eigene“ Wirkstoff des Salbei- vermag die Erbgut-Synthese von Bakterien zu verhindern, so dass deren Vermehrung unterbunden wird. Auch konservatorische Eigenschaften sind von Salbei bekannt.

04Salbei3Salbeitinktur oder Tee kann bei Entzündungen, v.a. von Haut und Schleimhäuten angewendet werden. Beispielsweise bei Insektenstichen, Ekzem, eiternden Wunden und Zahnfleischentzündungen. Auch Entzündungen des Verdauungstrakts und der Harnwege kann mit Salbei begegnet werden. Seine harntreibenden Eigenschaften, wie man sie auch von Goldrute kennt, unterstützen dieses Geschehen zusätzlich. Stoffwechselorgane wie Leber und Galle werden durch Salbeibestandteile aktiviert, während die Darmtätigkeit sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung regulierend beeinflusst wird. Zu den bekanntesten Anwendungen gehören Erkältungskrankheiten, wie Husten, Influenza, Verschleimungen oder Entzündungen des Mund-Kehlkopf-Raumes. Ätherische Öle erleichtern das Abhusten (v.a. Cineol) und lösen Krämpfe der glatten Muskulatur. In der Antike wurde Salbei verräuchert, um die Luft in Räumen zu reinigen, in denen Schwerkranke lagen. Salbeiduft wirkt aber auch ausgleichend und beruhigend auf die Psyche. Regulierend greift Salbei in den Monatszyklus ein und hilft die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Gegen Ende der Trächtigkeit und während der Laktation verwendet man Salbei nur in moderater Menge als Gewürzpflanze. Beim Absetzen des Fohlens kann er dann in erhöhter Menge behilflich sein, den Milchfluss der Stute zum Erliegen zu bringen.

Anwendung

Salbei kann dem Pferd wie andere Kräuter auch verfüttert werden. Äußerlich eignet er sich aber auch hervorragend für Bäder, Umschläge oder Spülungen. Salbei als Tee bzw. Gewürz dosiert man mit 20-30 g (Mensch 4-6 g) pro Tag. Hochdosiert auch mal 75-100 g (Mensch 15 g). Für Spülungen oder Umschläge nimmt man 2,5 g auf 100 ml Wasser.

Salbei gibt es auch als Tinktur, die man mit Wasser verdünnt 2-3 mal täglich anwendet. Man dosiert ca. 20-30 Tropfen auf 1 Glas Wasser. Übrigens sind von Salbei bei normaler Dosierung keine Nebenwirkungen oder Allergiepotential bekannt. Viel Freude damit also in der Fütterung oder in der eigenen Küche.

Christine Bauer