Fructan im Weidegrad - Richtig anweiden!

Vielen Pferdebesitzern ist bereits bekannt, dass die Aufnahme von zu viel zuckerhaltigem Weidegras bei stoffwechselempfindlichen Pferden einen Ausbruch von Hufrehen zur Folge haben kann, die zu einem lebensbedrohenden Zustand führen können. In Verdacht steht dabei u. a. Fructan.

Was ist Fructan?

Fructane sind Ketten von Fructosemolekülen. Diese langkettigen Kohlenhydrate sind eine kurzfristige Speicherform von Zucker, vor allem im Stängel der Pflanze. Der langfristige Energiespeicher befindet sich hingegen in den Blättern der Pflanze und wird dort in Form von Stärke abgelegt. Der Zucker dient als Energielieferant und lässt die Pflanzen wachsen. Durch intensive Sonneneinstrahlung wird durch die erhöhte Photosyntheseleistung vermehrt Zucker produziert. Je nach Witterung wird der Zucker verbraucht oder in Form von Fructan gespeichert. Ist bei bestimmten Wetterbedingungen (Kälte, Trockenheit) kein Wachstum der Pflanze möglich, speichert sie den Zucker in Form von Fructan. Der Fructangehalt in der Pflanze ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.

Einen Einfluss haben:

  • Pflanzenart bzw. die Gräserzusammensetzung der Weide
  • Tageszeit
  • Jahreszeit
  • Vegetationsperiode
  • Klima (Temperatur)


Was muss ich beim Anweiden beachten?

Bodentemperatur unter 8° C

Sonnige Tage mit voran gegangenen Frostnächten, wie in den letzten Tagen, sind besonders gefährlich! Steigt die Temperatur über den Tag hin an, kommt es zum Wachstum und die Fructangehalte sinken. Bleibt es aber kalt, so ist ganztägig mit höheren Fructanwerten zu rechnen. In der Literatur werden 6 bis 10 Grad Celsius als die kritische Temperaturschwelle angesehen. Hierbei kommt es jedoch darauf an, ob die Temperatur tatsächlich bodennah gemessen wurde.

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Nachts unter 8° C und ein
Sonniger & frostiger Tag: Fructanwerte sehr hoch
Frostiger & bedeckter Tag: Fructanwerte mittel bis hoch
Regnerischer/ Bewölkter Tag: Fructanwerte mittel

Bei nächtlichen Bodentemperaturen unter 8° C birgt der Weidegang bei bewölktem Himmel das geringste Risiko.



 

Bodentemperatur über 8° C

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Nachts über 8° C und ein
Regnerischer/ Bewölkter Tag: Fructanwerte gering
Sonniger Tag: Fructanwerte morgens gering und nachmittags mittel
Lange Trockenheit: Fructanwerte hoch

Die niedrigsten Fructanwerte liegen also vor, wenn die Bodentemperaturen nachts über 8° C betragen und es tagsüber bewölkt oder nur leicht sonnig ist.



 

Allgemein gilt:

  • Vor allem stoffwechselvorbelastete Pferde (z.B. Hufrehe, EMS, ECS/PPID) bei frostigen Nächten und sonnigen Morgen nicht auf die Koppel lassen.
  • Auf ein schrittweises Anweiden achten.
  • Die Darmflora mit ergänzenden Fütterungen unterstützen: z.B. Irish Mash, Glyx Mash, Hefekultur, Brandon plus medigest.
  • Hohe Wiesen können unbedenklicher sein als abgemähte oder abgefressene kurze Wiesen auf denen fructanreiche Grashalme frisch nachwachsen. Zudem produziert gestresstes Gras mehr Fructan.
  • Nicht nur der Fructangehalt, sondern auch die aufgenommene Menge spielt eine Rolle. Bei gefährdeten und sehr leichtfuttrigen Pferden können Fressbremsen/Maulkörbe die Gesamtaufnahme begrenzen.
  • Nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst herrschen ähnliche Witterungsverhältnisse, die höhere Fructangehalte im Gras zur Folge haben können. Hinzu kommen gegen Ende der Weidesaison meist abgefressene Weiden, auf denen ohnehin mit höheren Fructangehalten zu rechnen ist.

Anweideplan

Richten Sie genügend Zeit für das Anweiden ein. In der Regel dauert dies ca. vier Wochen, in denen man die Aufnahme von Weidegras langsam steigert.

  • 1-4 Tag                 nachmittags 5-10 Minuten
  • 5-9 Tag                 nachmittags 10-25 Minuten
  • 10-14 Tag             nachmittags 25-45 Minuten
  • 15-19 Tag             vormittags 20 Minuten & nachmittags 45 Minuten
  • 20-24 Tag             vormittags 30 Minuten & nachmittags 1 Stunde
  • 25-30 Tag            1,5-2,5 Stunden auf vormittags & nachmittags verteilt
  • Ab. 5. Woche      2-4 Stunden auf vormittags & nachmittags verteilt
  • Ab einer Dauer von 6 Stunden können die Pferde in der Regel ganztags rausgestellt werden

 

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