St. Hippolyt Futter ABC: B wie Body Condition Score

B wie Body Condition Score


Wann hat mein Pferd das optimale Gewicht?
Um das zu erklären, beginnt man besser mit der Frage: wie viel Energie benötigt mein Pferd?

Im Erhaltungsstoffwechsel benötigt ein Pferd ca. 0,4-0,64 MJ ME/kg metabolischer Körpermasse. Schwere Warmblüter, Kaltblüter und Ponys haben in der Regel einen deutlich geringeren Energiebedarf als Voll- und Warmblüter, so variiert der Erhaltungsbedarf an umsetzbarer Energie (= ME) nach Pferdetyp wie folgt:

Rasse ME (MJ/kg KM0,75)
Warmblut 0,52
Vollblut 0,64
Pony 0,4

 

 

 

 

Was bedeutet: "Mein Pferd ist leichtfuttrig"?
Ein leichtfuttriges Pferd ist ein guter Futterverwerter. Sein Energiebedarf ist meist bereits über die tägliche Raufutterration bzw. Weidegang gedeckt. Es baut schnell Gewicht auf und neigt eher zu Übergewicht und den damit einhergehenden Stoffwechselerkrankungen wie Hufrehe und EMS. Zu den eher leichtfuttrigen Pferderassen gehören Ponys, schwere Warmblüter, Kaltblüter und Spezialrassen wie Isländer, Haflinger, Norweger sowie Barockpferderassen.

Mehr zur Fütterung von übergewichtigen Pferden und Pferden mit EMS finden Sie hier.

Was bedeutet: "Mein Pferd ist schwerfuttrig"?
Ein schwerfuttriges Pferd benötigt eine relativ große Futtermenge, um sein Gewicht halten zu können. Es verliert schnell an Gewicht und wenn es einmal abgenommen hat, nimmt es nur sehr langsam wieder zu. Raufutter und Weidegang alleine bieten ihm nicht genügend Energie, um sein Gewicht zu halten. Neben Raufutter muss ein Krippenfutter in adäquater Menge gegeben werden, damit es sein Gewicht aufrechterhalten kann. Zu schwerfuttrigen Pferden zählen vor allem Vollblüter, Warmblüter und alte Pferde.

Mehr zum Auffüttern schlanker Pferde finden Sie hier.

 

Der Body Condition Score

Ungeachtet des Fütterungstyps (normal-, leicht- oder schwerfuttrig) ist es wichtig, den Fütterungszustand, also die aktuelle körperliche Kondition desSt. Hippoly Body Condition Score Pferdes, im Auge zu behalten. Der Fütterungszustand beschreibt im Prinzip das Gewicht des Pferdes im Verhältnis zur Körpergröße und zum Kaliber.

Der Body Condition Score (BCS) ist ein hilfreiches Tool, um den aktuellen Fütterungszustand des Pferdes zu beurteilen.

Regionen des Körpers an denen der BCS gemessen werden kann:

A: Verfettung des Halses
B: Fettabdeckung Widerrist
C: Fettdepots entlang Wirbelsäule
D: Fettdepots an den Flanken
E: Fettdepots an Innenschenkeln
F: Fettdepots um den Schweifansatz
G: Fettdepots hinter der Schulter
H: Fettabdeckung der Rippen
I: Übergang von Schulter zu Hals

 

  1. UNTERERNÄHRT
    Pferd extrem abgemagert; Wirbelsäule, Rippen, Schweifansatz und Hüfthöcker treten stark hervor; Knochenstrukturen von Widerrist, Schultern und Hals sind sehr leicht erkennbar; absolut kein Fettgewebe spürbar.

  2. SEHR MAGER
    Pferd abgemagert; sehr geringe Fettschicht an den Wirbelansätzen; Rippen, Schweifansatz, Hüft- und Sitzbeinhöcker stehen hervor; Widerrist, Schultern und Halsstruktur sehr leicht erkennbar.

  3. MAGER
    Dornfortsätze und Rippen erkennbar, jedoch mit etwas Fettgewebe überzogen; Schweifansatz hervorstehend, einzelne Wirbelkörper sind aber nicht sichtbar; Hüftknochen gerundet aber leicht erkennbar; Sitzbeinhöcker nicht erkennbar; Widerrist, Schultern und Hals akzentuiert.

  4. SCHLANK / EHER MAGER
    Leichte Erhöhung entlang des Rückens; leichte Konturen der Rippen erkennbar; Vorstehen des Schweifansatzes abhängig von der Statur; Fett kann rundherum gespürt werden; Hüfthöcker nicht sichtbar; Widerrist, Schultern und Hals nicht offensichtlich dünn.

  5. OPTIMAL
    Rücken ist eben (keine Kanten); Rippen nicht sichtbar aber leicht fühlbar; Schweifansatz leicht schwammig; Dornfortsätze am Widerrist erscheinen abgerundet; Schultern und Hals laufen fließend in den Körper über.

  6. MÄßIG DICK
    Leichte Rückenrinne möglich; Fett über den Rippen ist fleischig/ schwammig; weiches Fett um den Schweifansatz, beginnende Fettdepots seitlich des Widerristes, hinter den Schultern und entlang beider Halsseiten.

  7. DICK
    Rinne am Rücken möglich; einzelne Rippen fühlbar aber Zwischenräume mit Fett gefüllt; Fett um Schweifansatz ist weich; sichtbare Fettdepots am Widerrist, hinter den Schultern und am Hals.

  8. FETT
    Rinne am Rücken; Rippen schwierig zu fühlen; Fett um Schweifansatz sehr weich; Gebiet um Widerrist und hinter den Schultern mit Fett ausgefüllt; Hals verfettet; Fettansatz an Innenseite der Hinterbacken.

  9. EXTREM FETT
    Offensichtliche Rille entlang des Rückens; ungleichmäßig verteiltes Fett.

 

Die Ermittlung des Körpergewichts von Pferden

St. Hippolyt Pferdegewicht messen

Abgesehen vom Body Condition Score, also der optischen Beurteilung des Fütterungszustandes, sollte man auch das Körpergewicht des Pferdes kennen, um Futtermengen bedarfsgerecht anpassen zu können.

Da nicht immer eine Pferdewaage zur Verfügung steht, kann man sich als Pferdebesitzer mit relativ einfachen Messtechniken weiterhelfen, um einen Schätzwert des Körpergewichts zu ermitteln. Hierzu kommen folgende zwei Messtechniken in Frage.

Messtechnik 1:
Nach Carroll & Huntington (1988) werden beim Pferd mit einem Bandmaß der Brustumfang und die Körperlänge (Schultergelenk bis Sitzbeinhöcker) gemessen. Mithilfe folgender Formel ergibt sich die Lebendmasse (LM) des Pferdes in kg:

LM (kg) = (Brustumfang (cm)2 x Körperlänge (cm)) / 11.900

Messtechnik 2:
Bei der zweiten Methode werden das Stockmaß, der Halsumfang und der Körperumfang des Pferdes gemessen und mittels folgender Formel die Lebendmasse in kg ermittelt (GFE, 2014):

LM (kg) = -1.078 + 1,96 * KU + 2,28 * HU + 3,26 * BM

KU: Körperumfang in cm
HU: Halsumfang in cm
BM: Wiederristhöhe in cm

Da die Messungen mit Bandmaß einen Ungenauigkeitsfaktor haben, empfiehlt es sich, die Messungen mehrmals durchzuführen (ca. 3- bis 4-mal) und aus den errechneten Gewichtsangaben einen Mittelwert zu ziehen.

 

Persönliche Futterberatung


Je nach Körpergewicht und Gesundheitszustand ist eine bedarfsgerechte, individuelle Fütterung erforderlich. Hierzu stehen Ihnen unsere Futterexperten gerne per E-Mail oder Telefon zur Seite.

Telefon Zentrale: +49 6222 990 100
E-Mail: info@st-hippolyt.de

Ihr St. Hippolyt Team

 

Literatur:

Carroll, C.L., Huntington, P.J. (1988): Body condition scoring and weight estimation of horses. Equine Veterinary Journal 20 (1), 41-45.
Coenen, M. & Vervuert, I. (2020): Pferdefütterung. 6., aktualisierte Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
GFE (2014): Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. DLG Verlag Frankfurt am Main.

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