Immunsystem und körpereigene Abwehrkräfte

Pferde mit wenig belastbarem Immunsystem sind anfällig für Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten.
Viele Faktoren wie Alter, Fellwechsel, Allergien, Impfungen, Stress aber auch eine nicht ausbalancierte Nährstoffversorgung können zudem die Belastung der Abwehrkräfte erhöhen.

Mit Hilfe einer naturorientierten Fütterung und den richtigen Nährstoffkomponenten kann das Immunsystem gezielt wieder auf Kurs gebracht werden.

Sensibles Verdauungsorgan und komplexe Schaltzentrale

Das Verdauungssystem des Pferdes ist ein hoch sensibles und fein aufeinander abgestimmtes System. Dieses empfindliche System dient jedoch nicht nur der Aufnahme und Verwertung lebensnotwendiger Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der körpereigenen Immunabwehr. Im Ganzen umfasst der Darm, in Abhängigkeit von Rasse und Größe des Tieres, eine Gesamtlänge von 25-39m! Daher fungiert der Darm als größte selektive Grenzfläche des Körpers zur belebten Außenwelt und sieht sich regelmäßig mit aufgenommenen Schadstoffen, negativen Umwelteinflüssen sowie Parasiten, Pilzen und Viren konfrontiert. Diese Tatsache erklärt auch, warum mehr als 70% der körpereigenen Abwehrzellen im Darm zu finden sind und unterstreicht die enorme Bedeutung des größten Immunorgans. Gemeinsam beeinflussen hier immunkompetente Darmbakterien und die hoch-differenzierten Zellen der Darmschleimhaut lokal das darm-assoziierte Immunsystem (engl. GALT=gut associated lymphoid tissue) und agieren daher als wichtige Schnittstelle in der Immunabwehr.

Natürliche Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte von innen heraus

Die körpereigene Abwehr und ein intaktes Immunsystem sind die Basis für die Gesunderhaltung des Organismus im Kampf gegen Pathogene und Schadstoffe. Sowohl Stabilität als auch Belastbarkeit des Pferdes stehen in engem Zusammenhang mit einer ausgeglichenen Psyche, einer gesunden Haltungsform und einer vollwertigen Fütterung (u. a. Mineral- und Mikronährstoffe in optimal bioverfügbaren Verbindungen; Antioxidantien; hochwertige Eiweiße; B-Vitamine als wichtige Mediatoren des Immunzell-Stoffwechsels). Ebenso ist die Leistungsfähigkeit des Pferdes unmittelbar mit dem Abwehrsystem verknüpft. Eine einseitige, unausgeglichene Fütterung hingegen kann das sensible Darmmilieu und damit das Abwehrsystem empfindlich beeinträchtigen. Oft belasten Stresssituationen, während Wettkämpfen oder beim Absetzen des Fohlens, durch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol das Immunsystem noch zusätzlich. Ein gesundes Darmmilieu sowie bioverfügbare Nährstoffe zum Schutz und Aufbau des Immunsystems sind Voraussetzungen für ein effektives Abwehrsystem. Mithilfe von naturorientierten Komponenten können dem Organismus gezielt alle wichtigen Bausteine zugeführt und somit die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert werden.

Karotten-Fermente: Balsam für das Darmmikrobiom

Was für die Menschen gut ist, kann auch für das Pferd gut sein? In diesem Fall ist es das auch: milchsauer fermentiertes Gemüse. Genauer gesagt: Karotten. Durch einen schonenden Fermentationsprozess wird ein Großteil der in der Karotte enthaltenen Stärke in Dünndarm-resistente Stärke umgebaut. Durch diesen Prozess gelangen die Karotten-Fasern unverdaut in den Dickdarm und dienen als hochwertige Nahrungsgrundlage für das Darmmikrobiom. Dieses Darmmikrobiom besteht aus kleinen, für das Auge unsichtbaren Abermillionen Bakterien, die unter idealen Voraussetzungen die Darmwand dicht an dicht besiedeln und somit keinen Platz für krankmachende Erreger lassen. Mithilfe dieser „guten“, natürlich vorkommenden mikrobiellen Kolonisation des Darm-Trakts wird darüber hinaus auch die Verdauung des Pferdes maßgeblich unterstützt, indem sie bspw. Enzyme produziert, die für den Organismus unverdauliche Nahrungsbestandteile (z. B. Fasern, Ballaststoffe) aufspalten und somit in Form von kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) dem Organismus zugänglich machen. Zusätzlich liefern die kleinen Verdauungshelfer eine ganze Reihe an lebenswichtigen Vitaminen wie Vitamin B1, B2, B12, Folsäure, Niacin und Pantothensäure. Aber auch das Karrotten-Fermentat hat einiges zu bieten. Das fermentierte Wurzelgemüse liefert u. a. sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. β-Carotin), besitzt eine hohe Energiedichte und ist reich an wertvollen Ballaststoffen (z. B. β-Glucane). Fermentierte Karotten pflegen, nähren und stabilisieren die Darmflora und sorgen gleichzeitig für eine Stärkung der intestinalen Schutzfunktion und der Immunabwehr.

Aktivierung der Sofortabwehr

In Zeiten höherer Belastung kann über die nutritive Zufuhr von natürlich „aktivierenden“ Bestandteilen die verschiedenen Abwehrmechanismen des Organismus gezielt stimuliert und beeinflusst werden. Eine solch immunmodulierende Eigenschaft haben auch sogenannte Beta-Glucane (β-Glucane). Diese β-Glucane sind komplexe Ballaststoffe in Form von mehreren, miteinander verknüpften Glucose-Molekülen. Der immunmodulierende Mechanismus ist hier jedoch vor allem den wasserunlöslichen (1-3),(1-6)-β-Glucanen aus Algen und (Bier-) Hefen zuzuschreiben. Dieser Mechanismus basiert auf der Aktivierung der unmittelbaren, unspezifischen Immunabwehr (first line of defence). Über diesen rezeptor-vermittelten Signalweg werden insbesondere spezielle weiße Blutkörperchen, sogenannte Makrophagen und neutrophile Granulozyten, alarmiert, stimuliert und zum Ort des Geschehens gelockt. Diese schnellen Eingreiftruppen werden als sogenannte Fresszellen definiert und sind befähigt, eingedrungene Pathogene (gesundheitsschädigende Organismen) und Fremdkörper zu zerstören, zu ingestieren (aufnehmen) und somit für den Organismus unschädlich zu machen. Zudem senden sie besondere Botenstoffe (Zytokine) aus, wodurch nachfolgend auch das humorale Immunsystem (Produktion von Antikörpern) aktiviert wird. So können in akuten Belastungssituationen eindringende Pathogene schnell eliminiert und die drohende Infektion im Keim erstickt werden.

Schutz der Immunzellen

Für den Organismus ist Sauerstoff ein lebensnotwendiges Element. Jedoch können durch intensive Stoffwechselaktivitäten oder durch schädlichen Langzeiteinfluss von Umweltnoxen (krankheitserzeugender Stoff oder Umstand) sogenannte reactive oxygen species (ROS, reaktive Sauerstoffspezies) entstehen. Diese „Sauerstoffradikale“ bergen aufgrund eines ungeschützten Außenelektrons das zerstörerische Potential, sowohl schützende Zellmembranen, lebensnotwendige Fette als auch das Erbgut (DNS) zu schädigen. Mit Hilfe von Antioxidantien, bspw. in Form von sekundären Pflanzenstoffen, können diese „freien Radikale“ abgefangen und neutralisiert werden. Eine regelmäßige Ergänzung der täglichen Fütterung mit wertvollen Antioxidantien aus pflanzlichen Rohstoffen in Form von Polyphenolen oder β-Carotinen leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden.

Proliferation und Regeneration / Wachstum und Erneuerung

Von zentraler Bedeutung für alle Organismen sind sogenannte Nukleotide. Nukleotide sind die elementarsten Grundbausteine des Lebens und essentieller Bestandteil der Proliferation (Zellvermehrung) jeder Zelle. Der Organismus gewinnt Nukleotide über Eigensynthese (De-novo-Synthese), durch limitiertes Recycling aus abgestorbenen Zellen (Salvage-Pathway) oder durch die Aufnahme aus der Nahrung. Jedoch stellt die De-novo-Synthese von Nukleotiden für den Körper einen sowohl kostenintensiven als auch sehr zeitaufwendigen Prozess dar. Die Ergänzung mit Nukleotiden unterstützt die Reproduktion von Zellpopulationen mit hoher Proliferationsrate (u. a. Immunzellen oder Darmepithelzellen), stärkt somit den Zellverbund und kann im Falle eines Leaky gut syndromes die Regeneration des Darmepithels unterstützen. Dies wirkt sich einerseits positiv auf die Effizienz des Abwehrsystems aus und entlastet andererseits simultan den Stoffwechsel und die Entgiftungsorgane. Eine ergänzende Fütterung mit leicht zugänglichen Nukleotiden kann entscheidend zur langfristigen Regeneration und Erhaltung der Darmfunktion beitragen und verleiht dem Organismus zudem Widerstandskraft und Vitalität.

 

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