Der Stoffwechsel – ein unverzichtbares System!

Der Stoffwechsel des Pferdes ein unverzichtbares System!

Der Stoffwechsel (Metabolismus = Umwandlung, Veränderung) ist das übergeordnete System unseres Körpers, das unsere Organe am Leben erhält. Um das zu bewerkstelligen müssen ständig Stoffe und Substanzen aufgebaut (Anabolismus) und abgebaut (Katabolismus) werden. Für diesen Umsatz werden im sogenannten Intermediärstoffwechsel andauernd etliche biochemische Reaktionen durchgeführt, die mithilfe von Enzymen katalysiert werden und bei denen unterschiedlichste Stoffwechselprodukte (Metabolite) entstehen.

Ein guter Stoff
Aber was genau sind diese „Stoffe“, die fortlaufend auf-, ab- und umgebaut werden? Die Stoffe lassen sich grob unterteilen in

  • Brennstoffe
  • Baustoffe
  • Speicherstoffe
  • Funktionsstoffe
  • Signal- bzw. Botenstoffe



Brennstoffe
dienen der Energiegewinnung, denn um ein System am Laufen zu halten, benötigt es Energie. Sei es eine Maschine, eine Pflanze oder ein tierisches Organ: Energie sorgt für Antrieb bzw. Betriebstätigkeit. Um Energie zu gewinnen, werden die Brennstoffe abgebaut und die beim Abbau gewonnenen Reduktionsäquivalente biochemisch oxidiert, das heißt sie reagieren mit Sauerstoff, wobei über einen Protonengradienten die Verknüpfung energiereicher Phosphatgruppen erfolgen und somit ATP (Adenosintriphosphat) – die universelle Energieeinheit der Zellen – synthetisiert werden kann. Brennstoffe für den tierischen Körper sind vor allem Makronährstoffe aus der Nahrung, also Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Da Proteine primär als Baustoffe genutzt werden, dienen sie nur sekundär als Brennstoff. Die kleinste Baustoffeinheit der Proteine sind die Aminosäuren.

Es gibt etliche Aminosäuren, allerdings sind nur gut 20 davon geeignet um Proteine zu bilden – das sind die sogenannten proteinogenen Aminosäuren. Neun dieser proteinogenen Aminosäuren sind zudem essentiell, das bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst synthetisieren kann und sie daher über die Nahrung aufnehmen muss. Grundsätzlich dienen die proteinogenen Aminosäuren der Proteinsynthese und somit dem Aufbau von Zellen, Enzymen, Transportsystemen, Hormonen, Rezeptoren und vielem mehr. Auch wenn Proteine unverzichtbar für die Entstehung und Erhaltung von Leben sind, so handelt es sich hier gleichsam um den gefährlichsten Nährstoff, denn auch z. B. Gifte und Viren basieren auf Proteinen.

Bei Speicherstoffen haben wir es vor allem wieder mit Kohlenhydraten und Fetten zu tun, die, wenn sie im Überfluss über die Nahrung aufgenommen und nicht direkt als Brennstoff benötigt werden, im Körper gespeichert werden, um im Bedarfsfall wieder als Brennstoff zur Verfügung zu stehen. Glucose, der kleinste gemeinsame Nenner von Nicht-Strukturkohlenhydraten, wird als Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert. In Pflanzen ist das Pendant zum Glykogen die Stärke (z. B. im Getreide) und die Fructane (z. B. in Gräsern). Auch Fette werden gespeichert und zwar in Form von Triglyceriden und Fettsäuren. Da der Stoffwechsel der Fette verhältnismäßig langsam verläuft und recht energieaufwendig ist, greift der Körper im Bedarfsfall zunächst auf die Glucosespeicher (Glycogen) zurück, bevor es „an den Speck“ geht. Speicherstoffe sind also vor allem Energiereserven. Aber auch Mikronährstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine, aus denen keine Energie gewonnen werden kann, können teilweise gespeichert und nach Bedarf genutzt werden.

Letztere sind aber vor allem als Funktionsstoffe zu verstehen. Sie dienen insgesamt der Funktions- und Reaktionsfähigkeit von Zellen, Enzymen und vielem mehr. Bei den Mineralstoffen unterscheidet man in Mengenelementen (auch Makroelemente genannt) und Spurenelementen (auch Mikroelemente genannt). Mengenelemente liegen im Körper in einer Konzentration von über 50 mg pro kg vor, während Spurenelemente in einer Konzentration von unter 50 mg pro kg vorliegen. Die wichtigsten Mengenelemente sind Calcium, Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium, Schwefel und Chlor. Aufgrund ihrer Ladung werden die Mengenelemente auch als Elektrolyte zusammengefasst und spielen vor allem in den Sommermonaten eine übergeordnete Rolle, da sie mit dem Schweiß ausgeleitet werden und dem Körper vermehrt nutritiv wieder zugeführt werden müssen. Die wichtigsten Spurenelemente sind Zink, Mangan, Kupfer, Eisen, Selen, Chrom, Cobalt, Iod und Molybdän. Eisen nimmt hier eine Sonderstellung ein, da es trotz seines Vorkommens im Körper von über 50 mg pro kg zu den Spurenelementen gezählt wird. Des Weiteren wird nochmal in Ultraspurenelemente (z. B. Nickel, Bor, Brom, Arsen) unterschieden, die weniger als ein Mikrogramm pro Gramm des Körpers ausmachen und bei denen die Bedeutung und Funktion für den tierischen Organismus noch nicht hinreichend geklärt sind. Weitere Funktionsstoffe sind wasserlösliche (C und B-Komplex) und fettlösliche (A, D, E, K) Vitamine, denen aufgrund ihrer Vielfältigkeit eine Vielzahl an Funktionen zugeschrieben werden kann.

Zuletzt haben wir noch die Signal- bzw. Botenstoffe. Hierbei handelt es sich vor allem um Hormone. Hormone haben die Aufgabe Signale zu geben und somit eine Art Befehl auszudrücken. Im Gegensatz zu den anderen Stoffen sind Hormone nicht an den biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt, werden größtenteils nur nach Bedarf synthetisiert und nach Erfüllung ihres Auftrags wieder abgebaut. In der Ernährung spielen vor allem die Hormone Insulin, Glucagon und Adrenalin eine Schlüsselrolle. Insulin fungiert als Gegenspieler zu Glucagon und Adrenalin. Wenn der Blutzuckerspiegel steigt, wird Insulin von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, heftet sich an Rezeptoren von Zellmembranen und gibt den Befehl an die Zelle Glucose, Fettsäuren und Aminosäuren aus dem Blut aufzunehmen. In weiterer Folge werden die aufgenommenen Nährstoffe dann zur Energiegewinnung abgebaut oder als Energiereserven gespeichert. Da durch die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Blut durch die Zellen der Blutzuckerspiegel sinkt, wird als Gegenspieler zu Insulin Glucagon aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet. Glucagon hemmt die Kaskade, die durch Insulin ausgelöst wurde und stimuliert Stoffwechselwege, die für den Abbau von Glykogen (Glykogenolyse) und Triglyceriden (Lipolyse) sowie für den Aufbau von Glucose aus Nicht-Kohlenhydraten (Gluconeogenese) zuständig sind. Adrenalin, das Stresshormon, welches in der Nebenniere produziert wird, hat einen ähnlichen Effekt wie Glucagon. Es hält den Körper außerdem in Alarmbereitschaft und macht ihn kampf- und fluchtbereit. Zusammengefasst sorgen Glucagon und Adrenalin für die Mobilisierung von Brennstoffen.


Die Homöostase regelt das!

Bei all dem schier unüberschaubaren Auf-, Ab- und Umbau sämtlicher Stoffe stellt sich die Frage: wie kontrolliert man denn wann, was, wo und wie abzulaufen hat?
Tatsächlich und zum Glück ist der Organismus in der Lage den körperlichen Zustand zu kontrollieren, Ressourcen zu verwalten und Verfügbarkeit mit dem Bedarf zu vergleichen. Dieser biochemische Mechanismus nennt sich Homöostase und stellt ein dynamisches Gleichgewicht des Organismus dar. Hierzu orientiert sich der Organismus an einem natürlich festgelegten Soll-Zustand, der sich als physiologisch günstigster Zustand definiert. Stimmt der vom Körper streng überwachte Ist-Zustand nicht mehr mit dem physiologischen Soll-Zustand überein, werden Regulationssysteme bzw. -kaskaden in Gang gesetzt, um das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen. Hierzu werden Botenstoffe (i. d. R. Hormone) ausgeschüttet, die durch ihre Signale Enzyme aktivieren und gleichzeitig andere Enzyme hemmen, um bestimmte Stoffwechselwege in die richtige bzw. gewollte Richtung zu lenken, was zuvor schon am Beispiel des Blutzuckerspiegels, anhand von Insulin und Glucagon/Adrenalin beschrieben wurde.
Weitere Beispiele dieser homöostatisch geregelten Bereiche sind der Blutdruck, der pH-Wert, die Körpertemperatur, der Hormonspiegel, aber auch das Vorhandensein von Makro- und Mikronährstoffen.

Der Homöostase ist es also zu verdanken, dass der Organismus sehr lange in der Lage ist, Ressourcenknappheit (ausgelöst durch physiologisch oder pathologisch bedingten Mehrbedarf bzw. absolute oder relative nutritive Unterversorgung) zu überbrücken, indem Ressourcen verwaltet und gezielt eingesetzt werden. An einem bestimmten Punkt jedoch, kann die Homöostase die Organfunktionen nicht mehr aufrechterhalten, wenn die Nährstoffversorgung langfristig nicht den Bedarf deckt. Es kommt zu unvollständigen Stoffwechselreaktionen, „Rückstau“ von Metaboliten, unzureichenden Entgiftungsreaktionen und folglich zu Zellschädigungen und -zerfall, da lebensnotwendige Nährstoffe fehlen.   

Was sich zunächst im Inneren des Körpers abspielt und somit häufig unbemerkt bleibt, sucht sich schon bald einen Weg nach Außen! Stumpfes Fell, Hautprobleme (Juckreiz, Schuppen, Mauke, etc.), Verdauungsprobleme (Blähungen, Kotwasser, Durchfall, etc.), Leistungsabfall, Lethargie, aber auch Nervosität, Stressanfälligkeit und Schreckhaftigkeit, allgemeines Unwohlsein und viele weitere Symptome können durch eine inadäquate Nährstoffversorgung und die dadurch kapitulierende Homöostase verursacht werden. Wenn Probleme sichtbar werden, dann kämpft der Stoffwechsel schon länger mit einem Ungleichgewicht.

 

Die gute Nachricht ist…

… dass der Organismus einen starken Überlebensinstinkt hat und somit ein Überlebenskünstler ist. Dankbar werden Makro- und Mikronährstoffe angenommen und das Ungleichgewicht beseitigt. Allerdings muss man mit umso längeren und aufwendigen Regenerationszeiten rechnen, je länger und intensiver die Unterversorgung erfolgt ist. Wichtig ist auf jeden Fall, dem Körper hochdosierte und hochbioverfügbare Nährstoffe zukommen zu lassen, um die Depots wieder aufzufüllen.

 

Unterstützung des Stoffwechsels

Unsere Stoffwechselfreunde für die grundlegende Versorgung, für die Regeneration nach einer Unterversorgung oder bei einem krankheitsbedingten Defizit:
Angaben in g je 100 kg Körpergewicht und Tag

Ergänzungsfuttermittel

MicroVital®

  • Der „Spurenelementbooster“
  • Organisch gebundene Spurelenelemente hochkonzentriert
  • Ideal zum Ausgleich eines mannigfaltigen Mikronährstoffdefizits
  • Zum Fellwechsel optimal
  • 15-20 g

Hesta® plus Serie

  • Organisch gebundene Spurelenelemente hochkonzentriert
  • Monopräparate als verlässlicher Ausgleich von spezifischen Defiziten
  • Zink, Mangan, Kupfer, Eisen, Selen
  • Dosierung laut Etikett je nach Präparat zwischen 3,5 und 7 g

Glucogard®

  • Konzentrierte Mikronährstoffversorgung für Pferde mit Stoffwechselstörungen bedingt durch EMS, Hufrehe, Insulinresistenz und Übergewicht
  • Bietet effektiven Zellschutz durch Antioxidantien
  • Unterstützt den Insulinstoffwechsel und die Gewichtsreduktion
  • 20 g

Glandogard®

  • Konzentrierte Mikronährstoffversorgung für Pferde mit Stoffwechselstörungen bedingt durch Equines Cushing Syndrom
  • Sanfte Stoffwechselharmonisierung
  • Bietet effektiven Zellschutz durch Antioxidantien
  • Dosierung je nach Gewicht laut Tabelle auf dem Etikett


Basisfuttermittel

Struktur Energetikum® und Struktur E Getreidefrei

  • Nähr- und vitalstoffreiches Futterkonzentrat
  • Reich an organisch gebundenen Spurenelementen und bioaktiven Kräutern
  • Die Krone der täglichen Fütterung
  • 150-300 g

Hesta Mix®

  • Hochbioverfügbare Spurenelemente
  • Konzentrierte Mineralstoffversorgung bei geringer Fütterungsmenge
  • Classic (pelletiert), Müsli, Light Energy
  • Je nach Variante 100-300 g


Natürlich stehen in unserem Sortiment noch weitere mineralisierte Basisfuttermittel zur Verfügung.

HippoWissen Online-Seminar zum Thema Stoffwechsel

In unserem HippoWissen Online-Seminar sind wir gemeinsam mit Relax-Biocare auf den Stoffwechsel sowie die Leber eingegangen und haben eine Verbindung zum Hautproblem Mauke hergestellt. Zusätzlich wurden fütterungstechnische Lösungen sowie geeignete Pflegeprodukte zur äußeren Anwendung vorgestellt.

Schauen Sie sich doch gerne unsere Aufzeichnung an oder hören in unserem HippoPod Podcast herein.

 

Persönliche Futterberatung

Gerne stehen wir Ihnen für eine persönliche Futterberatung und individuelle Produktkombination zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns hierfür unverbindlich per Telefon oder E-Mail.

Telefon Zentrale: +49 6222 990 100
E-Mail: info@st-hippolyt.de

Ihr St. Hippolyt Team

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