Die perfekte Weidesaison - Pferde richtig anweiden!

Jedes Frühjahr zu Beginn der Weidesaison mehrt sich das Auftreten fütterungsbedingter Verdauungsprobleme. Die häufigste Ursache dafür ist ein Wechsel der Fütterung von Heu auf frisches Weidegras. Geschieht diese Umstellung zu abrupt, hat die Darmflora keine Zeit sich daran anzupassen, was Verdauungsprobleme, wie Koliken, Kotwasser und Durchfall zur Folge haben kann. Um diesen vorzubeugen sollten einige Punkte beachtet werden.

  • Vor dem Weidegang genügend Heu füttern
  • Kein Kraftfutter direkt vor oder nach dem Weidegang
  • Frisches Wasser zur Verfügung stellen
  • Das Gras sollte ca. 15 cm hoch gewachsen sein
  • Besondere Vorsicht ist bei leichtfuttrigen Pferden und Ponys die zu Hufrehe neigen geboten - bei diesen sollte Weidegang gründlich überlegt sein
  • Kontrollieren Sie Ihre Weiden auf Giftpflanzen - vor allem Bergahornkeimlinge während des Frühjahrs

 

Zur Stabilisierung während des Anweidens empfehlen wir Hefekultur mit Lebendhefen für eine gesunde Darmflora. Ein stabiler Verdauungstrakt verbessert langfristig das Immunsystem, die Eigensynthese der Vitamine des B-Komplexes und trägt so wesentlich zu Wohlbefinden und Lebensfreude des Pferdes bei.  

Anweideplan:

Richten Sie genügend Zeit für das Anweiden ein. In der Regel dauert dies ca. vier Wochen, in denen man die Aufnahme von Weidegras langsam steigert.

  • 1-4 Tag                 nachmittags 5-10 Minuten
  • 5-9 Tag                 nachmittags 10-25 Minuten
  • 10-14 Tag             nachmittags 25-45 Minuten
  • 15-19 Tag             vormittags 20 Minuten & nachmittags 45 Minuten
  • 20-24 Tag             vormittags 30 Minuten & nachmittags 1 Stunde
  • 25-30 Tag            1,5-2,5 Stunden auf vormittags & nachmittags verteilt
  • Ab. 5. Woche      2-4 Stunden auf vormittags & nachmittags verteilt
  • Ab einer Dauer von 6 Stunden können die Pferde in der Regel ganztags rausgestellt werden

 

Exkurs Fructane:

Fructane sind Ketten von Fructosemolekülen. Sie bestehen ähnlich wie Stärke aus miteinander verknüpften Glucosemolekülen. Diese langkettigen Zuckermolküle sind eine Speicherform von Zucker in der Pflanze. Der Zucker dient als Energie und lässt die Pflanzen wachsen. Ist bei bestimmten Wetterbedingungen kein Wachstum der Pflanze möglich, speichert sie den Zucker in Form von Fructan.

Der Gehalt an Fructan in der Pflanze ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Einen Einfluss haben:

  • Pflanzenart: der Fructangehalt auf europäischen Pferdeweiden variiert beträchtlich, vor allem Deutsches und Welsches Weidelgras enthält viel Fructan. Für die Pferdefütterung besser geeignet wären fructanarme Gräser wie Wiesenlieschgras, Rotschwingel und Wiesenfuchsschwanz
  • Tages- und Jahreszeit: höhere Fructanwerte im Frühjahr und Herbst
  • Vegetationsperiode: während der Bildung von Blüten und Samen kommt es zu einer Abnahme der Fructangehalte
  • Klima: Temperatur (Frostnächte, gefolgt von sonnigen Tagen), Lichtintensität (durch intensive Sonne wird Fructan in der Pflanze abgebaut), Regenintensität. Wird das Wachstum der Pflanze durch zu wenig Regen, zu wenig Sonne oder zu kalte Temperaturen gehemmt, steigt der Gehalt an Fructan im Gras
  • Weidemanagement: intensive Düngung und Nutzung der Weiden führen zu einer Abnahme des Fructangehaltes im Gras

 

Diese Form von Speicherkohlenhydraten in Gräsern steht im Verdacht sich negativ auf den Stoffwechsel von Pferden auszuwirken. Es gibt mehrere Arten von Fructan und es ist nach aktuellen Erkenntnissen nicht klar, ob alle Fructane die gleichen Risiken bergen. Einer Theorie nach führt eine bestimmte Art zu Weide-assoziierten Hufrehe. Weiterer Forschungsbedarf ist hier notwendig um die Risiken besser einschätzen zu können.

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